Es gibt eine Telefonnummer, die genau für solche Fälle da ist. Wer rund um den Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford etwas Verdächtiges beobachtet, soll die Militärpolizei anrufen.
Also tat eine Landwirtin genau das, als sie nachts auf dem Heimweg von einer Party drei Transporter und maskierte Männer sah, keine 300 Meter vor dem Stützpunkt, die Wagen beklebt mit dem gefälschten Logo einer Treibstofffirma. Das Foto dazu hat
@vonderburchard gepostet, siehe unten.
Aber es ging keiner ran.
Also wählte die Frau den Notruf. Bewaffnete Polizisten rückten an und nahmen fünf Männer fest.
In den Transportern fanden Ermittler Material, das nach erster Einschätzung zu improvisierten Sprengsätzen passen könnte. Ein möglicher Zusammenhang mit Iran wird geprüft, ebenso ein islamistischer Hintergrund. Bewiesen ist bislang nichts.
Unvorbereitet war RAF Fairford keineswegs. Irans Revolutionsgarden hatten den Stützpunkt im Juli zum legitimen Ziel erklärt, weil von dort US-Bomber zu Einsätzen gegen Iran starten.
Die Sicherheitsmaßnahmen waren verstärkt worden, Landmaschinen und Betonpfeiler blockierten die Tore. Nur die Telefonnummer funktioniert offenbar nicht. Der Times sagte die Landwirtin hinterher, sie könne nicht fassen, dass sie einer Basis im Alarmzustand erst Bescheid sagen musste.
Das wäre absurd genug, wenn es ein Einzelfall wäre. Anfang August prallte bekanntlich am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff bestückte Drohne auf die Tragfläche eines ukrainischen Antonow-Frachters. Der Zünder versagte, der Sprengsatz lag rund vier Stunden unbemerkt herum, bis ihn ein Busfahrer fand. Die Bundesregierung macht Russland dafür verantwortlich.
Zwei Flughäfen, zwei NATO-Staaten. Und zweimal wird der entscheidende Moment nicht von einer verzahnten Sicherheitsarchitektur geliefert, sondern von jemandem, der zufällig vorbeikommt.
Donald Trump sagt über Fairford, man habe die Männer „for a long time“ beobachtet. Die Times berichtet dagegen unter Berufung auf Quellen, die Festnahmen seien weder geplant noch geheimdienstlich gesteuert gewesen, die Polizei bestätigt, dass sie nach einem Anruf eingeschritten ist. Betonpfeiler, Geheimdienste und Alarmstufen sind das eine. Dass im entscheidenden Moment niemand ans Telefon geht, ist das andere.
Wir sprechen also weniger von einer Sicherheitsarchitektur, denn eher von Nachbarschaftshilfe.
Irre. In Leipzig war es der Busfahrer, der die Drohne entdeckte (da hatte der Zünder aber schon versagt).
In Großbritannien entdeckte nun eine lokale Landwirtin die mutmaßlichen Terroristen auf dem Heimweg von einer Party. Ihre Kleinbusse versperrten den Weg (Iran im Verdacht).