"Europa, NATO, Menschenrechte, Grundgesetz" sind keine "roten Linien", sondern ein roter Marianengraben. Die Kernessenz von CDU und CSU.
Fernab davon: Rote Linien werden aus Position der Stärke definiert, nicht aus der Schwäche.
Ironie der Geschichte: wenn SPD & Grüne durch die Übernahme der Strategie der Roten Linien von CDU-Mitglied & Historiker Andreas Rödder die Brandmauer nach rechts einrissen.
Denn die Parteiführungen von SPD & Grüne wollen bislang eine Koalition mit der Linken in Berlin nicht klar ausschließen, trotz Nähe zu Clans, Terror-Unterstützern und Antisemitismus-Vorwürfen.
Stattdessen setzt man auf Bekenntnisse, Bedingungen, Distanzierung & personelle Konsequenzen bei der Linken - also rote Linien für die Zusammenarbeit.
Die SPD-Parteiführung schreibt in einem Statement: „Antisemitische Parolen haben weder in unserer Gesellschaft noch in unserer Politik Platz. (…) Die Linke wird sich daran messen lassen und darf eindeutig Antisemitismus und Clan-Kriminellen in ihren Reihen keinen Millimeter Platz lassen. Dort liegt jetzt die Verantwortung.“
Grünen-Co-Chefin Franziska Brantner: „Antisemiten oder Personen mit Verbindungen zur organisierten Kriminalität oder Islamismus dürfen keine Regierung mittragen oder gar prägen.“ Elif Eralp müsse „durchgreifen und das garantieren“.
Wenn sich diese Strategie etabliert, kann die Union mit Verweis auf Berlin ebenfalls Leitplanken der Zusammenarbeit mit der AfD benennen: Europa, NATO, Menschenrechte, Grundgesetz.
Ob das CDU/CSU hilft, andere Frage. Aber die parteiinterne Debatte wird nicht mehr aufzuhalten sein.