Um Trumps Politik zu verstehen, muss man seinen Hass auf Ex-Präsident Obama kennen. Seit seiner ersten Amtszeit will Trump das politische Erbe Obamas zerstören. Für Trump war Obama, der das „Atomabkommen“ mit dem Iran geschlossen hatte,
1.) ein in Afrika geborener Migrant,
2.) ein deshalb ungesetzlicher Präsident,
3.) ein heimlicher Muslim mit Zweit-Vornamen Hussein
4.) ein tanzender schwarzer Affe.
5.) Am schlimmsten aber war: Obama, der ihm intellektuell überlegen war, hatte ihn wegen all dieser Beleidigungen mehrmals öffentlich intellektuell auseinander genommen und lächerlich gemacht.
Obamas Iran-Politik störte Trump besonders, weil sie erfolgreich war. Obamas "Atomabkommen", das gemeinsam mit China, Russland, Großbritannien und der EU erarbeitet worden war, beruhte nicht auf Gewalt und Krieg, sondern auf Diplomatie und den weltweit schärfsten Kontrollen für iranische Kernanlagen. In Obamas Amtszeit baute der Iran über zwei Drittel seiner Zentrifugen ab und reicherte sein Uran nachprüfbar auf nur noch 3,67 Prozent an. Für Atomwaffen braucht man eine Anreicherung auf über 90 Prozent.
Unter dem höhnischen Beifall Netanyahus, der Obama ebenfalls nicht ausstehen konnte, kündigte Trump schon in seiner ersten Amtszeit „Obamas Atomabkommen“ mit dem Iran auf. Mit dem Ergebnis, dass auch der Iran sich nicht mehr an das strenge Abkommen hielt und sein Uran trotzig auf 60 Prozent anreicherte, um „Verhandlungsmasse“ aufzubauen. Den Bau einer Bombe plante der Iran nach der definitiven Aussage aller US-Geheimdienste seit Chameneis Verbot aus dem Jahr 2003 bis heute nicht. Trump greift seine Geheimdienste wegen dieser jährlichen Analysen immer wieder wütend an.
„Zur Strafe“ bombardierte Trump nun in seiner zweiten Amtszeit den Iran und dessen zivile Nuklearanlagen. Wieder unter dem heftigen Beifall Netanyahus. Das peinliche Ergebnis ist:
1.) Die zivilen iranischen Atomprogramme wurden zwar um 1-2 Jahre zurückgeworfen, doch die USA haben jetzt jede Kontrolle über die iranischen Atompläne verloren.
2.) Der Iran schloss die unter Obama selbstverständlich freie Straße von Hormus - mit gigantischen wirtschaftlichen Schäden für die USA und für die ganze Welt.
3.) Die amerikanischen Militärbasen in den Golfstaaten sind teilweise zerstört, samt Radaranlagen, Kampfjets und US-Großflugzeugen. Eine Groß-Pleite der militärischen Weltmacht Nummer 1, mit der Trump nie gerechnet hatte. Er hat sich inzwischen mehrfach öffentlich beschwert, dass ihm das niemand vorher gesagt habe.
Insgesamt ist der wirtschaftliche und militärische Schaden, den Trumps Irankrieg verursachte, für die USA größer als für den Iran. Trump hat mit seiner Iran-Politik in seiner ersten und zweiten Amtszeit nicht nur keines seiner erklärten Ziele erreicht, sondern die wirtschafts- und sicherheitspolitische Lage des Westens und vor allem der USA im Gegenteil deutlich verschlechtert. Er schoss ein Eigentor nach dem anderen.
Obama war keine Friedenstaube. Trotz seines Friedensnobelpreises. Siehe Afghanistan. Aber er hat die Interessen der USA insgesamt erfolgreicher vertreten als Trump. Das heimliche Duell mit Obama, wer für die USA der bessere Präsident war und ist, hat Trump verloren.