1/ In der Causa „Spahn auf Sardinien statt im Bundestag“ stellt die
@SZ doch glatt mal wichtige Fragen:
„Jens Spahn wird auf Sardinien statt im Bundestag gesichtet,
@BILD löscht einen Artikel dazu, weil das Foto dazu im ‚privaten Rahmen’ entstanden sei. Das wäre die Zeitenwende im Boulevard - oder gilt die Regel nur für enge Kontakte der Redaktion? …
Wie genau nun Jens Spahn diesen Sieg über die Praktiken des Boulevards errungen hat, dazu schweigt sich der CDU-Politiker genauso aus wie
@axelspringer. Dass die Drähte zwischen dem Politiker und dem Verlag ziemlich kurz zu sein scheinen, zeigte sich zuletzt, als Jens Spahn in Bild bekannt machte, gemeinsam mit seinem Ehemann Vater geworden zu sein - dank einer Leihmutter aus den USA. ‚Eine Nachricht voller Liebe, Glück und einer großen Veränderung im Leben von Jens Spahn (46) und seinem Ehemann Daniel Funke (44)‘, verkündete Bild-Unterhaltungschefin Tanja May im Juli exklusiv. Dass Spahns Partei sich erst fünf Monate zuvor gegen eine Lockerung der Leihmutterschaftsregeln ausgesprochen hatte, war in der Jubelmeldung kein Thema. …
Ob die Löschung des Beitrags und des Fotos nun auf sehr direktem Wege von Spahn erreicht wurde - oder ob er, wie in solchen Streitfällen zwischen unfreiwilligen Objekten der Berichterstattung und Verlagen sonst oft üblich, einen Medienrechtler eingeschaltet hat - dazu schweigen sich Springer und der Politiker aus.
Man habe den Vorgang ‚in unserem Fehlerchannel transparent dargestellt, dem ist nichts hinzuzufügen’, schreibt ein Springer-Sprecher der SZ. ‚Bild hat die Gründe für die Löschung erläutert, dem ist aus Herrn Spahns Sicht nichts hinzuzufügen’, antwortet das Büro von Spahn fast gleichlautend.
Damit scheint in dem Fall eine geräuschlose Lösung erreicht worden zu sein - eine ziemliche Ausnahme. ‚Bild lässt sich im Regelfall auch bei eindeutigen rechtswidrigen Veröffentlichungen normalerweise immer erst verklagen, sodass die Bilder oder unwahre Aussagen weiter online stehen können’, kommentiert der Medienanwalt Christian Schertz den Fall auf SZ-Anfrage.“ …