Ich komme gerade vom Arzt und habe auf der (längeren) Fahrt durch die wunderschöne Landschaft mal wieder gemerkt, warum ich im Wortsinn konservativ bin.
Ich will das bewahren, was wir hier in diesem Land haben.
Eine wunderbare Landschaft, nette Menschen, Ordnung, hohes Vertrauen.
Klar, in Shithole-City, wo man morgens in einer siffigen Legebatterie im 19. Stock aufwacht und der Blick aus dem Fenster auf Sozialismus-Plattenbauten oder Industriecontainer fällt, während unten auf der Straße die Vielfalt tobt und die Straßenbahn zum Appell bimmelt, mag man das nicht nachvollziehen können.
(Anmerkung: Ein Penthouse im schicken Altbau ist auch nicht anders. Man sitzt immer noch im Shithole in der Legebatterie, nur der Käfig ist größer, schicker und teurer)
Aber hier auf dem sogenannten "Land", in Dörfern, in Kleinstädten, da sieht man noch deutlich, was es zu bewahren gibt.
Den Friseur, der mehr als "Seiten auf 0" und "Alpaka" kann, die Pommesbude, der Bäcker, der den Teig noch selbst herstellt, der Metzger, der sein Handwerk noch ausübt, die Firmen, bei denen man auch nach der Ausbildung (gerne) bleibt, die Kitas und Schulen ohne Gendergedöns oder Messergewalt, die Straßen, auf denen man sich auch noch nachts sicher fühlt, wenn man vom Bahnhof nach Hause läuft oder auch der Regionalexpress, der nicht zugeschissen und vollgekotzt ist und komplett ohne ins Knäckebrot-Handy schreiende Talahons auskommt.
Ja, sowas gibts noch und so sollte es eigentlich überall sein. Leider hat man in den letzten 10, 20 Jahren alles daran gesetzt, auch diese Gebiete auf Krampf in lebensunwerte Bereiche zu verwandeln. Wahrscheinlich aus Neid und Missgunst.
Gottseidank gibt es einen großen Unterschied zwischen Kommunalpolitik und dem Mist, den unsere überbezahlten MdB so fabrizieren, die sowieso keine Ahnung mehr haben, wie es sich als Normalsterblicher lebt.
Ich habe jahrelang in einer Großstadt gelebt. Ich konnte zusehen, wie die Stadt verkommt und ich bin froh, dass wir rechtzeitig dort weggekommen sind.
Hier, wo wir jetzt leben, ist das Nervigste der Nachbar, der samstags um 9 den Rasen mäht und nachts ist es so ruhig, dass man sich fragt, ob was mit dem eigenen Gehör nicht stimmt. Dabei ist das hier immer noch eine (Klein)Stadt samt Bahnhof, Krankenhaus usw., also kein 10-Seelen-Kaff.
Hier wühlen keine kleinen, rundlichen Frauen mit Einlaufstrolley deine Mülltonne durch. Niemand will dir im Park Drogen andrehen und du wirst nicht in fremden Zungen angesprochen "was du guckst", wenn du über den Marktplatz gehst.
Wenn du mal vergisst, deine Haustür abzuschließen oder nachts das Garagentor offen lässt, passiert ... NICHTS.
Das will ich bewahren.
Deswegen lehne ich die bescheuerte Politik der letzten Jahrzehnte ab.
Deswegen bin ich konservativ.