Litauens Premierminister Mindaugas Sinkevičius hat am Montag in einem BBC-Newsnight-Interview gesagt, sein Land werde sich im Angriffsfall nicht ergeben. Wörtlich: "Wir werden Widerstand leisten, wir nehmen den Kampf auf." Er bestätigt, dass Litauen bereits Evakuierungspläne für die Zivilbevölkerung ausgearbeitet hat, sogar konkret für ältere Menschen aus den Städten, ohne dass die Straßen verstopfen. Er sagt, die Litauer fühlten sich "ständig bedroht", wegen der wiederholten Drohnen-Luftraumverletzungen. Und er vergleicht die eigene Lage explizit mit Großbritannien: Litauen sei "näher an der Grenze, näher an der Bedrohung" – und fordert die Briten auf, ihr Denken über Verteidigung zu ändern.
Dazu, als Hintergrund zu dem Drohnenabschuss von Mitte September, den er anspricht: Litauens Verteidigungsminister Robertas Kaunas hat inzwischen bestätigt, dass die von NATO-Jets abgeschossene Drohne aus Belarus kam und Sprengstoff an Bord hatte. Moskau und Minsk haben sich dazu offiziell nicht geäußert.
Moldau:
Am wichtigsten, mit Blick auf die Parlamentswahl am 28. September, also in fünf Tagen: Ein verdeckt recherchierender BBC-Reporter hat ein großes, aus Russland finanziertes Desinformationsnetzwerk in Moldau aufgedeckt. Rekrutierte Personen wurden bezahlt, um pro-russische, regierungsfeindliche Inhalte zu produzieren und in sozialen Netzwerken zu verbreiten, ausdrücklich gegen Maia Sandus proeuropäische PAS-Partei gerichtet. Die Rekruten wurden über Telegram koordiniert, nahmen an geheimen Online-Seminaren teil, wurden getestet und als "Operative" eingesetzt. Moldaus Polizeichef Viorel Cernăuțeanu sagt dazu: Während 2024 die Kampagne von Ilan Șor auf Geld setzte, ist es dieses Jahr Desinformation.
Die russische Botschaft in London hat jede Beteiligung bestritten und im Gegenzug der EU Einmischung vorgeworfen.
Dazu, am 18. September: Moldauische Polizei hat bei einer Razzia im Umfeld des Șor-Netzwerks eine Person festgenommen, Geld, Laptops und Bankunterlagen beschlagnahmt.
Die Verdächtigen sollen über Telegram Anweisungen von "Kuratoren aus der Russischen Föderation" bekommen haben, wie sie Desinformationsvideos auf Facebook, TikTok und Telegram verbreiten und kommentieren sollen.
Und, etwas älter aber noch im Umlauf: Ein prorussischer Telegram-Kanal namens "Ghenii Karpat" verbreitet die falsche Behauptung, Rumänien würde für 2026 gar keine Projekte in Moldau mehr fördern, mit erfundenen Beispielen wie Schulausstattung und Spielplätzen – wurde auf russischsprachigen Facebook-Gruppen und von Șor-nahen Accounts weiterverbreitet.