Eine Anekdote aus
#Afrika von einem chinesischen Ingenieur, vieles deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen.
Ist Afrika wirklich so wasserarm? Tatsächlich ist „Faulheit“ der wahre Grund für ihre Armut. Es gibt Daten, die zeigen, dass die Grundwasserreserven in Afrika das 100-Fache der Oberflächenwasser betragen – warum graben sie nicht einfach Brunnen, statt überall nach Wasser zu suchen?
Ich habe früher einem Übersee-Ingenieursteam dort fast acht Monate lang Gesellschaft geleistet und mit eigenen Augen Dinge gesehen, die einem den Verstand rauben. Wenn ich sie erzähle, glauben mir die meisten nicht. Unser damaliges Lager lag auf einer offenen Grasfläche. Als wir ankamen, mussten wir erst mal das Wassergut klären. Die Truppe holte einen Wasserfinder, der einfach einen Platz aussuchte und einen Brunnen bohrte. Bei nicht mal zwölf Metern Tiefe kam klares Wasser raus, so süß, dass es nicht nur für unsere über vierzig Mann zum Trinken, Waschen und Kochen reichte, sondern auch noch eine Rinne füllte, um den kleinen Gemüsegarten zu bewässern, den wir angelegt hatten. Wir hätten jeden Tag gießen können, ohne dass es knapp wurde.
Und das bei einem Dorf mit hundert oder mehr Leuten, das weniger als zwei Kilometer von unserem Lager entfernt lag. Als ich das erste Mal mit dem Einkäufer ins Dorf ging, sah ich, wie das ganze Dorf um eine halbmeter tiefe Pfütze im Schlamm versammelt war, um Wasser zu schöpfen. Das Wasser war so trüb, dass es nach einer halben Stunde noch nicht klar wurde, und auf der Oberfläche schwammen Insekten und Tierkot. Kinder, die durstig waren, kauerten sich hin und schöpften es direkt aus, die Erwachsenen kümmerten sich nicht drum. Viele Kinder hatten alle paar Tage Durchfall, und ohne Medikamente verschleppte sich das zu schweren Krankheiten. Es brach einem wirklich das Herz. Ich fragte damals den Dolmetscher: Wir haben hier so viel Wasser aus dem Brunnen, warum bohren die nicht einfach einen? Der Dolmetscher lachte nur und sagte: Schau dir das später an, es geht nicht ums Wasser.
Nicht lange danach hatte die Baustelle eine Pause, und der Chef sagte: Wir haben eh Geräte und Leute übrig, lasst uns ihnen kostenlos einen Brunnen bohren, als gute Tat. Aber schon der erste Schritt scheiterte. Der Dorfälteste kam mit einer Gruppe und blockierte die Stelle, die wir ausgesucht hatten. Er sagte, das sei Gemeindeland des Stammes, und wenn wir bohren wollten, müssten wir ihnen zehn Säcke Mehl, fünf Kanister Speiseöl und zwei Kisten Limonade geben, sonst keine Chance. Unsere Truppe dachte: Ist ja nicht viel, geben wir’s ihnen halt, als Tausch für einen Brunnen fürs Dorf – für uns war das Kleingeld.
Als Nächstes brauchten wir ein paar Einheimische, die uns beim Bohren und Schleppen halfen. Wir boten einen Tageslohn von einem Kilo Maismehl und zwei Flaschen Limonade – das hätte in der Gegend eine Dreiköpfige-Familie satt gemacht und getränkt, viel mehr als sie mit Herumhängen verdienten. Ergebnis: Fünf Mann kamen, arbeiteten nicht mal vierzig Minuten und legten dann alle die Werkzeuge weg, um unter einem Baum im Schatten zu chillen. Sie sagten, die Sonne sei zu heiß, das würde die Haut verbrennen, und nach den Ahnenregeln dürfe man mittags nicht arbeiten, sondern müsse warten, bis die Sonne untergeht. Wir dachten: Okay, Einheimische folgen, warten wir. Aber als die Sonne unterging, war von denen weit und breit nichts zu sehen. Am nächsten Vormittag trudelten dann drei auf, verlangten aber zuerst die Limonade und das Mehl, sonst gäb’s keine Arbeit. Wir gaben’s ihnen, und die drei buddelten schlurfend nicht mal einen halben Meter, setzten sich dann hin, quatschten und laberten den ganzen Vormittag rum. Am dritten Tag kamen gar keine mehr, und sie schickten über Dritte die Botschaft, dass das Zeug, das sie gekriegt hatten, für ein paar Tage reiche, sie würden erst mal zu Hause abhängen und wiederkommen, wenn’s aufgegessen sei.
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