AfD gegen die Bauern: Heuchelei zwischen Konzern-Lobby und Genossenschafts-Boykott
Die AfD gibt sich gern als Partei „der kleinen Leute“ und „der Landwirte“. Doch ein Blick auf die Realität zeigt das Gegenteil: Statt die Interessen der Bauern zu verteidigen, unterstützt sie die Strukturen, die Landwirte am meisten unter Druck setzen.
Müllermilch: Konzern mit harter Hand
Die Unternehmensgruppe Theo Müller ist ein klassischer Konzern. Mit bekannten Marken wie Müllermilch, Weihenstephan oder Sachsenmilch kontrolliert er einen erheblichen Teil des deutschen Milchmarktes.
Harte Preisverhandlungen: Müller ist berüchtigt dafür, die Einkaufspreise für Milch zu drücken.
Abhängigkeit: Für viele Landwirte gibt es kaum Alternativen, da Müller eine enorme Marktmacht aufgebaut hat.
Keine Mitbestimmung: Bauern sind reine Zulieferer, sie haben keinerlei Einfluss auf Unternehmensentscheidungen.
Kritik von Landwirten begleitet den Konzern seit Jahren. Trotzdem hofiert die AfD die großen Molkereien, die Bauern bis zum letzten Cent auspressen.
Milram/DMK: Die Genossenschaft der Bauern
Ganz anders sieht es bei Milram aus, einer Marke der DMK Group. Hinter dem DMK steht eine eingetragene Genossenschaft mit rund 4.600 Mitgliedsbauern.
Eigentum der Bauern: Lieferanten sind gleichzeitig Miteigentümer.
Mitbestimmung: Über Gremien und Vertreterversammlungen haben die Landwirte Einfluss auf Entscheidungen.
Beteiligung am Gewinn: Erträge fließen an die Mitglieder zurück.
Natürlich gibt es auch bei DMK Kritik, etwa an Auszahlungspreisen. Doch das Grundprinzip unterscheidet sich fundamental: Statt ausgelieferte Zulieferer sind die Bauern hier Teilhaber.
AfD: Laut gegen „Eliten“, still für Konzerne
Während die AfD öffentlichkeitswirksam „gegen Globalisierung und EU-Eliten“ wettert, boykottiert sie ausgerechnet die Strukturen, die Bauern eine Stimme geben – nämlich Genossenschaften. Gleichzeitig verteidigt sie Konzerne wie Müllermilch, die Landwirte in Abhängigkeit halten.
Doppelte Heuchelei
Bauernproteste, Traktordemos, Empörung über angebliche „Übermacht der Grünen“ – all das inszeniert die AfD lautstark. Doch wenn es konkret um faire Preise und Mitbestimmung der Landwirte geht, bleibt es still.
Die Wahrheit ist klar:
Müllermilch steht für Konzernmacht und Auspressen.
Milram/DMK steht für bäuerliche Beteiligung.
Wer also die Bauern wirklich stärken will, muss auf die Seite der Genossenschaften gehen – und nicht auf die Seite der AfD-Heuchler, die das Gegenteil tun.