Ich überlege ernsthaft, mir ein Faxgerät zu kaufen. Als Geschäftsinvestment.
Denn meine E-Mails an Behörden verschwinden in einem Ordner, den niemand kennt. Ein Fax dagegen kommt physisch an, macht Geräusch und liegt danach auf einem Tisch.
Die Zahlen geben mir leider recht. Laut Bitkom faxen noch 77 Prozent der deutschen Unternehmen. Jedes vierte sogar häufig bis sehr häufig.
Der Hauptgrund: 56 Prozent der faxenden Unternehmen sagen, in der Kommunikation mit Behörden sei es unumgänglich.
Wir haben also ein Land, in dem Firmen ein Gerät aus den Achtzigern vorhalten müssen, weil der Staat auf der anderen Seite nichts anderes zuverlässig annimmt. Und 66 Prozent nutzen dabei noch den alten Standard mit echtem Ausdruck.
Das Argument dafür ist nicht mal dumm. Ein Fax gilt als Zustellnachweis. Genau das ist der Punkt. Nicht die Technik hält sich, sondern die fehlende rechtssichere Alternative, die jemand hätte bauen müssen.
Elektronische Signatur gibt es seit über 20 Jahren. Die Infrastruktur existiert. Sie wird nur nicht flächendeckend akzeptiert.
Ein Faxgerät kostet unter 100 Euro. Gemessen an der Zeit, die man sich beim Nachhaken spart, ist das vermutlich der beste ROI im deutschen Mittelstand.