Macron und Mélenchon, die Strategie des Chaos
Was wir seit drei Wochen in Frankreich erleben, ist das Bündnis von La France insoumise, der Ultrlinken, den Antifas und den Racailles aus den Vorstädten: eine lang anhaltende Revolution, verbunden mit einer Intifada und echten Raubzügen.
Dahinter steckt meiner Überzeugung nach eine politische Strategie. Die Polizei wurde bewusst gebremst,
Anweisungen hätten vorgegeben, möglichst wenig gegen die Randalierer vorzugehen und Einsatzmittel einzuschränken. Emmanuel Macron lässt die Lage eskalieren, weil er das Chaos für seine Interessen braucht. Was wir sehen, ist ein Probelauf vor der Präsidentschaftswahl.
Den Ausnahmezustand kann er jetzt noch nicht ausrufen. Kurz vor der Wahl könnte er ihn jedoch nutzen, um die Abstimmung zu stören oder zu verhindern und an der Macht zu bleiben.
La France insoumise hat bereits angekündigt, ein Wahlergebnis der extremen Rechten auf der Straße anzufechten. Im April könnte Marine Le Pen mit rund 35 % klar vorne liegen. Dann würde Mélenchon die „lebendigen Kräfte der Jugend“ mobilisieren, für LFI vor allem die Vorstädte. Die französische Jugend, die nichts zerstört und keine Polizisten angreift, existiert in ihren Augen nicht.
Ich fürchte einen noch gewaltsameren Aufstand. Genau dann könnte Macron den Ausnahmezustand verhängen.
Das Problem: Weder Macron noch Mélenchon kontrollieren wirklich diejenigen, die sie zu manipulieren glauben. Die Muslimbruderschaft dürfte im Hintergrund Teile der muslimischen Jugend maghrebinischer und afrikanischer Herkunft in eine Intifada-Logik drängen.
Im schlimmsten Fall verliert Macron die Kontrolle, Mélenchon ebenfalls, und es kommt zu Abrechnungen zwischen Antifas, Insoumis und islamistischen oder kriminellen Gruppen aus den Vorstädten. Ich bezweifle, dass die Ultrlinke dabei gewinnt.
Mélenchon träumt sich als zeitgenössischer Robespierre an der Spitze einer neuen Revolutionsarmee, deren Sansculotten die gewalttätigsten Elemente der Vorstadtjugend sind. Doch er hat keine echte Autorität über sie.
Diejenigen, die er instrumentalisieren will, könnten ihn instrumentalisieren,
so wie die iranischen Islamisten 1979 die Linken und Kommunisten nutzten und später ausschalteten.
Jeder glaubt, den anderen zu steuern und die Gewalt zu beherrschen. Die Geschichte zeigt jedoch, dass Revolutionen oft diejenigen verschlingen, die sie ausgelöst haben.
Die Sansculotten von heute könnten ihrem Billig-Robespierre ein Schicksal bereiten, das er sich nicht vorgestellt hat.