290 Milliarden Euro jährlich für Klimaneutralität! Wer das gestern im ZDF heute journal gehört hat, dürfte erst einmal geschluckt haben. Gerade einmal 37 Sekunden widmete das ZDF der neuen KfW-Studie. Was dabei völlig unterging: Diese 290 Milliarden sind keine zusätzlichen Kosten für den Klimaschutz! Sie umfassen auch Investitionen, die ohnehin anfallen würden: Fahrzeuge ersetzen, Gebäude modernisieren, Energieversorgung und Industrieanlagen erneuern. Die jährlichen Investitionen verteilen sich auf 45 % Verkehr, 25 % Energie, 22 % Gebäude und 8 % Industrie. Rund 257 Milliarden Euro sollen von privaten Akteuren und 33 Milliarden von der öffentlichen Hand investiert werden. Und jetzt die entscheidende Zahl: Der tatsächliche Mehrbedarf gegenüber einem fossilen Entwicklungspfad beträgt laut KfW 65 Milliarden Euro jährlich. Weniger als zwei Prozent unserer Wirtschaftsleistung! Und diese Investitionen zahlen sich langfristig aus: geringere Energiekosten, weniger fossile Importe, vermiedene Klimaschäden und neue wirtschaftliche Chancen. Während Deutschland enorme Summen für Aufrüstung mobilisiert, erscheint Klimaneutralität in dieser Kurzmeldung wie eine unbezahlbare Belastung. 37 Sekunden. 290 Milliarden genannt. Die entscheidenden 65 Milliarden verschwiegen. So verzerrt man die Wahrnehmung einer Transformation, die laut KfW ausdrücklich finanzierbar ist.