Es gibt Kanzler, die sich in Krisenzeiten Gummistiefel anziehen, um anzupacken. Und dann gibt es Friedrich Merz.
Nach drei Wochen gepflegter Entspannung in der vom BKA auf Steuerzahlerkosten kugel- und abhörsicher hochgerüsteten Tegernsee-Villa schwebt der Kanzler standesgemäß im Helikopter über das verkohlte Waldbrandgebiet im Hürtgenwald ein.
Man will dem Pöbel ja schließlich nicht auf Augenhöhe begegnen, sondern ihm lieber von oben herab die Leviten lesen.
Ein Waldbrand, der nachweislich fast immer durch menschliches Versagen oder Brandstiftung entfacht wird, dient ihm als willkommene Kulisse, um uns eine grüne Märchenstunde vom unausweichlichen Klimawandel zu predigen.
Doch die Realität stört die PR-Inszenierung gewaltig:
Pfeifende Bürger und hupende Landwirte, die in ihrer Freizeit mit schwerem Gerät und auf eigene Kosten geholfen haben, das Schlimmste zu verhindern, empfangen den Kanzler.
Wie reagiert ein Regierungschef mit politischem Instinkt? Er bedankt sich, sucht den Dialog, zeigt Demut.
Wie reagiert Friedrich Merz?
Mit der bockigen Arroganz eines Gutsherren.
„Ich spreche mit denen, die arbeiten“, schnauzt er den wütenden Bürgern entgegen.
Welch unfreiwillige Komik aus dem Mund eines Mannes, dessen härteste Arbeit der letzten Wochen darin bestand, den perfekten Liegestuhl-Winkel am See zu finden.
Wer den wahren Leistungsträgern dieses Landes indirekt den Fleiß abspricht, weil sie es wagen, ihren Unmut über eine desaströse Politik lautstark kundzutun, hat den Kontakt zur Lebensrealität vollständig verloren.
Aber kognitive Dissonanz scheint ohnehin das neue Leitmotiv dieser CDU zu sein.
Kaum aus dem Hubschrauber gestiegen, gratuliert Merz dem Thüringer CDU-Chef Mario Voigt herzlich zur Wiederwahl.
Zur Erinnerung: Das ist der Mann, dem die TU Chemnitz wegen hunderter Plagiatsstellen gerade erst krachend den Doktortitel aberkannt hat.
Akademischer Betrug ist in der Union offenbar kein Karrierehindernis mehr, sondern ein Gütesiegel.
Dieser Kanzler lebt in einer völlig entrückten Blase.
Er predigt Verzicht, fliegt im Hubschrauber ein, verachtet den Protest der bürgerlichen Mitte und feiert entlarvte Plagiatoren.
Wer die eigenen Bürger wie lästige Störenfriede behandelt, darf sich nicht wundern, wenn ihm das Land endgültig entgleitet.
Die Union unter Merz ist die Vollendung von Merkels Erbe:
arrogant, bürgerfern und gnadenlos selbstgerecht.
Die Quittung für diese bodenlose Respektlosigkeit wird kommen.
Wohl bekomm’s – schnallt euch an, das wird ein heißer Herbst.
#Merz #Hürtgenwald #CDU