Europa macht bekanntlich seine eigenen Regeln für Internet-Plattformen, die in Europa tätig sind.
Weil Elon Musk die Regeln nicht eingehalten hat, bekam sein X ein laues 120-Millionen-Euro-Knöllchen.
Das hat ihn ganz furchtbar geärgert, auch wenn die Mütter seiner Brut vermutlich mehr im Monat für den Friseur ausgeben.
Worum es ging? Um blaue Haken, die man kaufen kann und die trotzdem nach Verifizierung aussehen. Um ein Werbearchiv, in dem man nicht findet, wer eigentlich wofür bezahlt.
Und um Forscher, die nicht an Daten kamen.
Mit Meinungsfreiheit hat das ungefähr so viel zu tun wie das neue Trump-TV im Weißen Haus mit Pressefreiheit.
Trotzdem stellte sich die US-Regierung sogleich auf seine Seite.
Außenminister Marco Rubio nannte die Strafe einen Angriff auf das amerikanische Volk und verkündete, die Tage der Zensur von Amerikanern im Netz seien vorbei.
Libertäre und rechtsextreme Deutsche stimmten zugleich in den Kanon mit ein.
Dann setzte es US-Einreiseverbote gegen unseren früheren EU-Kommissar Thierry Breton und obendrein gegen die beiden Chefinnen der deutschen Organisation HateAid, die sich gegen Hass im Netz einsetzt.
Weil das 120-Millionen-Knöllchen unserem Plattform-Guru offenbar immer noch die Nachtruhe stört, klagt er natürlich. Vor dem EU-Gericht in Luxemburg, einmal über X, einmal höchstpersönlich.
Und nun will sich die US-Regierung dieser Klage offiziell anschließen.
Diesmal geht es nicht mehr nur um Meinungsfreiheit, sondern um etwas Grundsätzlicheres:
Washington wirft der EU vor, ihre regulatorischen Befugnisse auf Musk persönlich und weitere US-Unternehmen aus seinem Firmengeflecht auszudehnen, die mit dem betroffenen Digitaldienst nichts zu tun hätten und weder in der EU ansässig noch dort tätig seien. Das sei unzulässige extraterritoriale Regulierung amerikanischer Unternehmen.
Öhm, schreibe ich hier in Europa gerade diese Zeilen auf X?
Offenbar. Sonst könntet ihr mich schlecht lesen.
Für die Trump-Regierung ist das vergleichsweise günstige Musk-Knöllchen inzwischen also offiziell eine Frage amerikanischer Souveränität.
Das ist der eigentliche Punkt.
Europa macht Regeln für den europäischen Markt. Die USA sagen nun sinngemäß: Moment mal, wenn ihr damit amerikanische Unternehmen trefft, geht ihr zu weit.
Und nun, ihr lieben Trump-Claqueure: Die Drukos gehören euch. Gaaaaanz unreguliert und selbstverständlich im Sinne der Muskschen Meinungsfreiheit.
Kann ich eh nix gegen machen.
Also nur zu.
Meinen blauen Haken habe ich übrigens nur, damit ich euch wenigsten mit langen Texten bewerfen kann.