Friedrich Merz sagte zur verheerenden Wahlniederlage der CDU in Sachsen-Anhalt: er habe das Problem, dass viele Menschen seinen Gedanken und Beurteilungen nicht folgen könnten oder wollten. Das Problem ist also das Verständnis der Wähler und Wählerinnen und nicht die Politik seiner Regierung. Die Mehrheit versteht sehr wohl, was Friedrich Merz will, ist aber nicht damit einverstanden. Wenn 75 % der Bevölkerung gegen die Abschaffung des früheren Renteneintrittsalters, ab 45 Beitragsjahren, sind, dann ist klar, dass sie das ablehnen. Wenn eine deutliche Mehrheit der Meinung ist, dass die geplanten Reformen sozial ungerecht sind, dann ist ihre Haltung ebenso klar. Wenn Merz also meint, er müsste nur seine Erzählung ändern, aber nicht seine Politik, werden seine ohnehin miserablen Umfragewerte noch weiter nach unten gehen. Die Frage ist, ob sich die SPD mit weiter nach unten ziehen lässt oder ob sie einen Kurswechsel vollzieht. Meine Hoffnung ist gering.