Der Referentenentwurf zur Krypto-Besteuerung liegt vor. Aber er ist noch nicht im Kabinett.
Das ist das Zeitfenster. Sobald die Unionsminister ihn im Kabinett mittragen, ist die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag gebunden an etwas, das sie seit Mai ablehnt.
Deshalb ein neuer Musterbrief, diesmal nur an die CDU-Wahlkreisabgeordneten. Drei Punkte:
1.Der Entwurf ist eine Steuererhöhung. CDU und CSU haben versprochen, die Steuern nicht zu erhöhen.
2.Er bringt 2027 null Euro und 2031 350 Millionen. Der Erfüllungsaufwand steht im Entwurf überall mit „folgt".
3.Daytrader zahlen künftig 25 statt bis zu 45 Prozent. Belastet werden die langfristigen Sparer.
Am Sonntag hat die CDU in Mecklenburg-Vorpommern 4,9 Prozent geholt und ist erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik an einer Fünf-Prozent-Hürde im Land gescheitert. Wer jetzt noch gegen das eigene Versprechen Steuern erhöht, hat aus dem Ergebnis nichts gelernt.
Brief anpassen, abschicken, Antwort veröffentlichen. Zwei Minuten.
#Haltefrist #Bitcoin
Sehr geehrte/r Frau/Herr [Name],
im Juli habe ich Ihnen zur Abschaffung der Haltefrist nach § 23 EStG geschrieben. Inzwischen liegt der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums vor. Er verschiebt Bitcoin in § 20 EStG und besteuert Gewinne fristenunabhängig.
Der Entwurf stammt aus dem BMF und hat das Kabinett noch nicht passiert. Jetzt kostet ein Nein die Union am wenigsten. Tragen die Unionsminister ihn erst im Kabinett mit, ist Ihre Fraktion an etwas gebunden, das sie inhaltlich seit Mai ablehnt.
Das ist eine Steuererhöhung. CDU und CSU sind mit dem Versprechen angetreten, die Steuern nicht zu erhöhen. Ihre Fraktion hat mehrfach erklärt, die Haltefrist sei kein Privileg, sondern Teil der Systematik privater Veräußerungsgeschäfte, die ebenso für Gold, Kunst und Oldtimer gilt.
Am 20. September hat die CDU in Mecklenburg-Vorpommern 4,9 Prozent erreicht und erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik den Einzug in einen Landtag verpasst. Ich deute dieses Ergebnis nicht. Ich stelle nur fest: Wähler merken sich, ob Zusagen halten.
Der Entwurf selbst nennt für 2027 null Euro Mehreinnahmen und für 2031 350 Millionen. Der Erfüllungsaufwand steht überall mit „folgt". Vieltrader zahlen künftig 25 statt bis zu 45 Prozent, belastet werden langfristige Sparer.
Zwei Fragen:
1.Setzen Sie sich dafür ein, dass dieser Entwurf das Kabinett in dieser Form nicht passiert?
2.Werden Sie im Bundestag gegen die Abschaffung der Haltefrist stimmen?
Über eine Antwort bis zum [Datum] würde ich mich freuen. Ich werde sie öffentlich machen.
Mit freundlichen Grüßen
[Name, Anschrift, Wahlkreis]