Das Interessante an @philipp__amthor ist ja, dass sich hier ein Aufsteiger aus kleinen Verhältnissen in der Ästhetik & im Habitus des Bildungsbürgers an einem Milieu orientiert, das es so gar nicht mehr gibt. Er will ankommen, aber es gibt keinen Ort mehr, wo er ankommen könnte.

Sep 28, 2026 · 6:11 PM UTC

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Er will die Wirtschaftswunderzeit nachholen, die es in den Erzählungen seiner Familie nicht gab.
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Ein rheinischer Katholik aus Vorpommern, wenn man so will.
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Ich finde, er hat durchaus Recht Stolz zu sein auf sich. Ob ich ihn mag ist eine andere Frage
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Absolut. Eine beeindruckende Aufstiegsgeschichte.
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Er persifliert den Bildungsbürger.
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Glaube ich nicht. Persiflage setzt Absicht voraus.
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Ist es wirklich der Habitus des Bildungsbürgers?
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Es ging mir darum, wonach er strebt. Ob es erreicht wird, ist eine andere Frage.
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Nennt sich bei Bourdieu "Hysteresis". Nicht erkennen zu können, daß soziale Normen, denen man genügen will, schon keine Geltung mehr haben.
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Er simuliert die versunkene Welt akademischer Burschenschafter, die sich darauf vorbereiten, ihr gesamtes berufliches und gesellschaftliches Leben in einer elitären Blase und ohne Kontakt zur vulgären Außenwelt zu verbringen. Dieser Fokus auf eine Märchenrealität passt zur CDU.
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Das ist sehr klug und treffend aber auch sehr traurig
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Guter Punkt. Die klassische bürgerliche Ästhetik ist nicht mehr die der heutigen Eliten. Das ist die Sneakers- und T-Shirt-Ästhetik der Tech-Eliten; hat @dieworkwear wiederholt gezeigt. Es gäbe also schon einen Ort zum Ankommen für Aufsteiger aber eben einen anderen.
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Ich frage mich eh, wen er repräsentieren soll. Die meisten Jungen können aufgrund von Attitüde und Habitus nichts mit ihm anfangen, die Alten nehmen ihn nicht ernst. Eigentlich könnte er einem leid tun, wenn er nur nicht so arrogant und ekelhaft rüberkommen würde.
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Man kann etwas schön finden und danach streben, auch wenn es am Aussterben oder gegen den Trend geht. Ich fang mit Amthor nicht viel an, inhaltlich, aber seine splienigkeit sollte doch OK sein.
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Nicht Bildungsbürger, habitueller Konservativer ist das angestrebte Auftreten.
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Er wirkt äußerst 'fremdartig' und verloren. So ein bißchen wie E.T. in arrogant.
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Er sieht aus wie zwölf und redet wie ein 80jähriger.
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Bürgertum sicher, ja. *Bildungs*-Bürgertum? Nein (überhaupt ist der Begriff eine polemisch-abwertende Fremdbezeichnung aus den 1920ern). Amthor orientiert sich eher am Vorstandsvorsitzenden aus der Wirtschaftswunderzeit als am musizierenden Gelehrten des späten 19. Jahrhunderts.
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Replying to @hjf_mueller
Auf der Suche nach der verlorenen Bürgerlichkeit. Und plötzlich sind wir vielleicht alle ein wenig Philipp Amthor.
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Habe recherchiert und seine Großeltern waren wohl ein bisschen seine Ersatzeltern. Damit ergibt alles mehr Sinn.
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Interessant, die Linke dagegen besteht aus behüteten Mittelstandsblagen, die auf Straße, Proll und Migra machen
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Schön ausgedrückt! Aber ist es nicht eher so: „Nur kleine Leute können grössenwahnsinnig werden.“
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Gute Beobachtung. Wenn die Imitation von etwas perfekter ist als jedes Original, weil es dieses so nicht mehr gibt oder nie gab & eine Idee epigonal inszeniert wird. Ist auch bei Drag Queens so mit der Idee der Frau oder manchen Schwulen mit der hypermaskulinen Idee des Mannes.
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Das ist eher Adels-Cosplay
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Er verkörpert ein Vorbild bzw. Ideal, welchem er nachstrebt, beeinflusst durch Freundeskreis, Verein, Partei, Studium. Was dafür fehlt ist aber der Tiefsinn, die Prägung, der Verstand, ausgehend vom Elternhaus. Was bleibt ist eine (oberflächliche) Scheinidentität.
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Es kann aber auch sein, dass er der Vorgänger eines Generationenwechsels ist und das vorwegnimmt, was nach Rap, Hoodie und Sneaker Kultur kommen könnte. In dem Sinne ist er der Punk und die Sneaker-Culture das Establishment.
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Er möchte nicht ankommen, er möchte dazugehören. Dazu bedient er sich der Mimik und Gestik älterer Politiker. Verkennt aber völlig, dass bei einem 33 jährigen dieses doch ziemlich lächerlich wirkt.
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Bildungsbürger waren Schöngeister des 19. Jhd., die mind. 1 Instrument spielen u Gedichte schreiben konnten, ohne es dabei an solidem, beruflichen Hinterland gebrechen zu lassen. Keine Juristen u Parteisoldaten, die 1 klischeehaften "Boss" aus Wirtschaftswunder-Zeiten nachäffen.
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Kennen Sie den Mann persönlich? Vielleicht ist er bei sich selbst angekommen, fühlt sich wohl so, und es ist ihm recht wurscht, wer sonst noch an diesem "Ort" ist. Er pflegt ja nicht erst seit gestern so zu sein. Vielleicht ist er auch ein Vorreiter. Es kommt ja alles wieder...
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Amthor beherrscht seine Rolle virtuos. Der muss nicht irgendwo ankommen. Inzwischen gibt er das Ziel vor, wo andere hinkommen wollen. Seine Herkunft aus bescheidenen Verhältnissen merkt man ihm nicht an. Er wirkt authentisch.
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