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"Das Leben ist kein Ponyhof"
und
"Es gibt kein kostenloses Mittagessen" beschreiben dieselbe Grundrealität, die in diesem hervorragenden Post herausgearbeitet werden.
Ressourcen sind knapp, Anreize wirken, und jedes Gut oder jede Leistung hat Opportunitätskosten. Irgendwer zahlt immer, entweder direkt, über Steuern, über Inflation, über verlorene Produktivität oder über verpasste Chancen.
Diese beiden Sätze gelten nicht nur in Frankreich oder Deutschland, sondern weltweit und zu jeder Zeit. In der gesamten Menschheitsgeschichte war und ist der Normalzustand Knappheit.
Nahrung, Energie, Wohnraum, medizinische Versorgung und Bildung entstehen nicht von selbst, sondern durch Arbeit, Kapital, Risiko und Kooperation.
Gesellschaften, die diese Realität anerkennen, können Wohlstand erzeugen und dann umverteilen.
Gesellschaften, die sie leugnen oder systematisch ausblenden, erzeugen Mangel, Schwarzmärkte, Korruption oder Zwang. Das gilt für arme Länder ebenso wie für reiche. Auch in hoch entwickelten Wohlfahrtsstaaten bleibt die Grenze sichtbar, sobald die Kosten der Umverteilung die Anreize zur Produktion übersteigen oder wenn relative Benachteiligung als moralische Rechtfertigung für Zerstörung behandelt wird.
Linkssein in seiner heutigen, stark egalitären und interventionistischen Ausprägung tendiert dazu, genau diese Realitäten zu behandeln, als seien sie überwindbar durch politische Willensakte, Umverteilung oder die richtige "systemische" Analyse.
Der Sozialstaat wird dabei oft nicht mehr als begrenzte Absicherung gegen Existenzrisiken verstanden, sondern als Wunscherfüllungsmaschine, die relative Ungleichheiten, Statusgefühle oder verpasste Lebensentwürfe ausgleichen soll. Und zwar möglichst ohne sichtbare Kosten für die Empfänger.
Gleichzeitig werden negative Anreize (geringere Erwerbsneigung, Abhängigkeit) und die Tatsache, dass auch in reichen Ländern die meisten Menschen über ihre eigene Produktivität und Verantwortung ihr Leben finanzieren müssen, heruntergespielt oder als "neoliberal" abgetan. Gewalt oder Plünderungen lassen sich dann leichter als Ausdruck von "schwierigen Umständen" deuten statt als Verletzung der Regeln, die überhaupt erst Wohlstand ermöglichen.
Das macht diese Form von Linkssein in zentralen Punkten zu einer Fantasie und zu einem Problem: Sie setzt voraus, dass man die Kosten von Transferleistungen, die Wirkungen von Anreizen und die Grenzen menschlicher Kooperationsbereitschaft dauerhaft ignorieren oder durch immer mehr Politik überwinden kann.
Historisch und empirisch scheitert dieses Ignorieren regelmäßig, sei es an sinkender Produktivität, an Kapitalflucht, an der Ausweitung des Anspruchsdenkens oder daran, dass die Zahler irgendwann die Zustimmung verweigern.
Realistische Politik kann und muss Umverteilung betreiben, öffentliche Güter bereitstellen und Chancen verbessern. Sie bleibt jedoch nur dann funktionsfähig, wenn sie die beiden genannten Sätze ernst nimmt:
Das Leben bleibt auch in der reichsten Gesellschaft kein Ponyhof und jedes Mittagessen (subventioniert oder nicht) wird irgendwo bezahlt. Wer das systematisch ausblendet, betreibt Ideologie statt Problemlösung.