Ich würde vorschlagen das wir alle schon einmal unsere Kündigung für
@NetflixDE vorbereiten, denn in einem neuen Schreiben an die Synchronsprecher droht Netflix nun nicht nur diesen, sondern auch uns Kunden!!!
Netflix will sich im Streit um neue KI-Klauseln für Synchronsprecher nicht geschlagen geben und droht damit, dass der Streaminganbieter Filme und Serien ganz ohne deutsche Tonspur veröffentlichen werde! Stattdessen würden Netflix-Abonnenten in Deutschland diese Inhalte lediglich mit deutschen Untertiteln erhalten.
Das geht aus einem Brief von Netflix an Synchronsprecher hervor, aus denen das Branchenmagazin DWDL zitiert. "Längere Verzögerungen bei der Unterzeichnung [...] oder anhaltende Boykottaufrufe gefährden die Produktionszeitpläne". Das Unternehmen sehe sich "gezwungen", dann "auf deutsche Untertitel zurückzugreifen", schreibt Netflix in dem Brief.
Aus Sicht von Netflix könnte dies die "lokale Synchronisationsbranche gefährden und letztlich Auswirkungen auf die Arbeitsplätze deutscher Synchronsprecher haben". In dem Brief betont Netflix, dass der Anbieter diesen Weg eigentlich nicht gehen wolle: "Dies ist keineswegs unsere Präferenz, da wir Ihre Arbeit schätzen, und wir hoffen aufrichtig, dass dies nicht notwendig sein wird", heißt es gerichtet an die Sprecher.
Was Netflix dabei anscheinend vergisst oder ignoriert:
Die Synchronisation ist für uns Kunden! Die Synchro ist uns wichtig und wir stehen hinter den Synchronsprechern! Keine KI kommt an das heran was unsere Synchronsprecher leisten, denn Synchronsprecher sind Künstler!
Es ist für mich eine einfache Rechnung:
Netflix - Synchro = Kündigung!
Also sollte Netflix hier dringend ihren Standpunkt überdenken.
Wenn ihr meiner Meinung seid, teilt den Beitrag und lasst andere wissen, was für ein Spiel Netflix betreibt!
#DieSynchroIstFürUns
Inzwischen sind weitere Informationen zur Netflix Klausel aus einem Spiegel-Bericht, welcher sich hinter einer Paywall befindet, vor die Paywall gelangt:
Im Kern der Vereinbarung geht es laut dem Spiegel-Bericht um die Frage, wem die Stimme eines Synchronsprechers gehört – und was ein Unternehmen damit machen darf.
Die zwischen Netflix und der Schauspielergewerkschaft BFFS (Bundesverband Schauspiel) ausgehandelte Klausel erlaubt es dem Streamingdienst, die aufgenommenen Stimmen der Sprecher ohne direkte zusätzliche Vergütung zum Training künstlicher Intelligenz zu verwenden.
Wer eine Rolle in einer Netflix-Serie synchronisiert, hat laut dieser Vereinbarung zudem keine Kontrolle darüber, was mit der eigenen Stimme danach intern bei Netflix geschieht.
Die Vergütung soll erst dann erfolgen, wenn die künstlich erzeugte Stimme tatsächlich in einer Serie oder einem Film eingesetzt wird – also im Nachgang der Nutzung. Technisch bedeutet dies: Netflix könnte mithilfe der Klausel sogenannte Deepfakes erstellen und Stimmen künstlich nachbilden, ohne dass die ursprünglichen Sprecher davon unmittelbar profitieren oder dem vorab zustimmen müssen.
Die Reaktionen aus der deutschen Synchronsprecherbranche sprechen eine klare Sprache. Ranja Bonalana, die seit ihrem achten Lebensjahr als Sychronsprecherin tätig und als deutsche Stimme von Hollywoodstars wie Renée Zellweger oder Rosamund Pike bekannt ist, bezeichnet die Vereinbarung gegenüber dem Spiegel als »Friss-oder-Stirb-Klauseln«.
"Wir wollen die technologischen Entwicklungen nicht verteufeln. Aber wo der Mensch, wo Emotionen und Authentizität wichtig sind, da hat die KI einfach nichts zu suchen."
Der BFFS äußerte sich ebenfalls zum schwelenden Streit. Jurist Dr. Till Völger, der sowohl Synchronsprecher als auch Vorstandsmitglied der BFFS ist, hat den Netflix-Vertrag mit ausgehandelt – und entsprechend eine andere Sichtweise. Eine Zukunft ohne KI sei schlichtweg »utopisch«:
"Vereinfacht gesagt gibt es zwei Lager. Das eine sagt, KI muss weg. Das andere Lager sagt, KI ist jetzt da. Das Rad lässt sich nicht mehr zurückdrehen. Also müssen wir mit dieser Realität arbeiten."
Völger argumentiert zudem, dass sich die Erlaubnis, Synchronstimmen zum KI-Training zu verwenden, über versteckte Klauseln ohnehin längst in zahlreiche Verträge geschlichen habe. Die neue Netflix-Regelung sei daher ein Versuch, einen unkontrollierten Wildwuchs in geregelte Bahnen zu lenken.
Netflix selbst hält sich mit öffentlichen Stellungnahmen zum Thema zurück. Eine Netflix-Sprecherin erklärte gegenüber dem Spiegel immerhin, dass die »deutsche Synchronisation von zentraler Bedeutung« sei – man aber auch aus Netflix-Sicht von den Reaktionen aus der Branche überrascht ist.
Stefan Sporn ist Mitgründer von Audio Innovation Lab, die sich mit dem komplett KI-synchronisierten Film »Black Dog« einen Namen (via NDR) machten. Damit ist er eines der bekanntesten Gesichter hinter der KI-Synchronisation in Deutschland – und sieht die Proteste gegenüber dem Spiegel entsprechend kritisch.
»Mein Gefühl ist, dass die Sprecher:innen gerade an dem Ast sägen, auf dem sie sitzen«, sagt Sporn.
Seine Prognose: Kooperieren die deutschen Stimmen nicht, werde in Zukunft einfach mit dem Original gearbeitet.
Eine Angelina Jolie würde dann mit ihrer eigenen Stimme sprechen – nur eben in jeder erdenklichen Sprache. »Authentischer geht es ja wohl nicht«, schwärmt Sporn.
Der Spiegel-Bericht wirft an dieser Stelle die Frage in den Raum, ob Authentizität »wirklich nur bedeutet, so nah wie möglich an den Klang der Originalstimme heranzukommen«. Auch Sporn räumt ein: Für qualitativ hochwertige Ergebnisse werden noch sehr lange Menschen nötig sein – Dialoge, Nuancen und Humor sei mit KI auf hohem Niveau auch in Zukunft »noch lange nicht möglich«.