Die UN hat Israel in ihren Jahresbericht über konfliktbezogene sexuelle Gewalt aufgenommen. Der Bericht führt Israels Militär auf einer Liste jener Akteure auf, die glaubhaft verdächtigt werden, in bewaffneten Konflikten systematisch Vergewaltigungen oder andere Formen sexueller Gewalt begangen zu haben. Die Reaktion folgte unmittelbar: Israel hat die Zusammenarbeit mit UN-Generalsekretär António Guterres aufgekündigt.
Die Liste der Misshandlungen, die der noch unveröffentlichte Report dokumentiert, umfasst Vergewaltigungen auch mit Gegenständen, Gruppenvergewaltigungen, versuchte Vergewaltigungen, körperliche Gewalt gegen die Genitalien sowie gezielte Schüsse auf die Genitalien. Es handelt sich nicht um bloße Gerüchte, sondern um verifizierte Vorgänge: 14 Männer, sieben Frauen, neun Jungen und ein Mädchen aus Gaza und dem Westjordanland sind betroffen. Neun Opfer erlitten Vergewaltigungen und Gruppenvergewaltigungen, teils wiederholt. Insgesamt bestätigte die UN 13 Fälle für 2025, dazu 18 weitere aus den Jahren 2023 und 2024.
Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht das Folterlager Sde Teiman in der Negev-Wüste. Fadi Bakr, ein 26-jähriger Palästinenser, der im Januar 2024 angeschossen und verschleppt wurde, schilderte, er sei im Raum gewesen, als einem Häftling ein Gegenstand in den Anus eingeführt wurde. Ärzte für Menschenrechte Israel wirft israelischen Behörden vor, Hunderte medizinische Fachkräfte ohne Anklage festzuhalten und sexuell zu missbrauchen. Von Oktober 2023 bis Juli 2025 starben 52 Palästinenser in israelischen Militäreinrichtungen und 41 in Gefängnissen. Freigelassene berichten von Erniedrigungen, Misshandlungen und sexuellem Missbrauch. Mehrfach endeten schwere Verletzungen tödlich.
Bereits im August 2025 hatte Guterres Israel gewarnt, dass die Aufnahme in den Bericht drohe, sofern keine Maßnahmen ergriffen würden. Der israelische UN-Botschafter Danny Danon antwortete auf X: „Mit diesem Generalsekretär sind wir fertig." Der Bericht ist nicht rechtsverbindlich, gilt aber als maßgebliche Einschätzung der Vereinten Nationen.
Israel gilt nun offiziell als Staat, der sexuelle Gewalt als Waffe nutzt.