Am 18. Mai 2025 griff der 35-jährige Syrer Mahmoud M. in Bielefeld vor der Bar „Cutie“ mehrere Menschen mit einem Messer an. Sein Ziel war, möglichst viele in seinen Augen „Ungläubige“ zu töten. Fünf Menschen wurden verletzt, vier davon schwer.
Es ist dem damals 27-jährigen Chris B. zu verdanken, dass kein Mensch getötet wurde und es nicht noch mehr Verletzte gab. Er nahm den Angreifer in den Schwitzkasten und verhinderte so weitere Attacken. Chris B. bezahlte seine Heldentat beinah mit seinem Leben. Denn während er den Angreifer festhielt, stach dieser ihm zweimal mit dem Messer ins Bein. Zwei Liter Blut verlor Chris B., der nur durch eine Notoperation gerettet werden konnte.
Sein Leben, wie er es vor der Tat hatte, ist vorbei. Zuvor war er als Werkstudent angestellt, heute ist er immer noch krankgeschrieben. Als Student erhält er kein Krankengeld, sein Studium kann er krankheitsbedingt nicht fortsetzen. In seinem erlernten Beruf als Einzelhandelskaufmann kann er auch nicht arbeiten. Mahmoud M. wurde im Prozess zur Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von 70.000 Euro an jedes Opfer verurteilt. Geld, das die Opfer natürlich nie sehen werden. Vom Staat erhielten Chris B. und die anderen Opfer jeweils 5.000 Euro Soforthilfe. 5.000 Euro. Über mögliche Opferrenten wurde bis heute, eineinhalb Jahre nach der Tat noch nicht entschieden. Die Anreise zum Prozess musste Chris B. selbst zahlen. Mahmoud M. hatte derweil vom Steuerzahler finanzierte Rundumversorgung, drei Dolmetscher, Anwälte, Therapien.
Jetzt gab Chris B. der WELT ein Interview. Er beklagt zurecht, dass in Deutschland der Täterschutz über dem Opferschutz steht. An dieser Stelle Auszüge aus dem Artikel der WELT:
„Chris S. sieht die Sache mit dem Schmerzensgeld ebenfalls nüchtern: „Ich wusste ja, dass er nicht zahlen kann. Ob er zu 5000 oder 2,5 Millionen Euro verurteilt wird, macht keinen Unterschied.“ Gleichzeitig empfinde er die fehlende Entschädigung als „deprimierend“. Das Attentat, das spätere Verfahren, die Inhaftierung des Täters, all das habe doch Kosten verursacht, sagt er kopfschüttelnd. „Wie viel dieser Mensch uns bisher gekostet hat, und wie viel er uns noch kosten wird!“
Er sehe da ein Ungleichgewicht, sagt der 27-Jährige.
„Täterschutz steht über Opferschutz in diesem Land, das kann man ganz klar sagen.“ Für ihn fühle es sich ungerecht an, dass der Täter vom Steuerzahler bezahlte Anwälte und auch jederzeit Zugang zu therapeutischer Unterstützung hatte. Drei Übersetzer standen dauerhaft für Mahmoud M. bereit, zwei vor Gericht, einer für dessen Gespräche mit dem Anwalt. S. schüttelt nur den Kopf. „Zutiefst frustrierend“ sei das.“
Die Anwältin von Chris B. hat einen Spendenaufruf gestartet. Für Chris und drei weitere Opfer, die sie vertritt. Der Spendenaufruf ist auch im WELT-Artikel verlinkt. Ich teile den Link hier auch möchte meine lieben Follower und Freunde hier bitten, wenn möglich, Chris B. und die anderen Opfer zu unterstützen. 100.000 Euro ist als Ziel angegeben. Von der Spendensumme erhält jedes Opfer denselben Anteil. Ich hoffe sehr, dass viele mitmachen damit Chris B. und die anderen Opfer, die den Horror überlebt haben, wenigstens finanziell etwas Last abgenommen wird.
Hier der Spendenaufruf:
gofundme.com/f/schmerzensgel…
Hier der WELT-Artikel:
welt.de/vermischtes/plus6ac5…