Seit ich 2023 schwer erkrankt bin, schaffe ich es nur noch selten vor die Tür. Zu meinen Triggern gehörte damals auch eine COVID-Infektion. Deshalb schütze ich mich vor jeder möglichen Neuinfektion und trage in Innenräumen – in Geschäften, Arztpraxen, Krankenhäusern und ähnlichen Orten – eine Maske.
Anfeindungen habe ich deswegen bislang zum Glück nicht erlebt, angesprochen werde ich aber fast immer. Wenn meine Kraft es zulässt, nutze ich dieses kurze Gespräch, um die Aufmerksamkeit auf die vielen schwer chronisch Erkrankten zu lenken, zu denen ich seit nunmehr drei Jahren selbst gehöre. Ich versuche, über
#LongCovid und
#MEcfs aufzuklären und darüber, wie viele Menschen dadurch nahezu vollständig aus der Gesellschaft verschwunden sind. Manchmal erzähle ich von Sarah, Kathi oder Vanessa, die nicht mehr leben.
Die Maske ist für mich mehr als Schutz geworden. Sie führt zu Gesprächen, und vielleicht bleibt bei dem einen oder anderen hängen, dass diese Pandemie nicht an allen spurlos vorbeigegangen ist. Infektionen haben die Gesundheit von Menschen ruiniert – und sie werden es weiterhin tun. Solange das so ist, bleibt die Maske für manche von uns keine Frage des Komforts, sondern der Möglichkeit, überhaupt noch irgendwo dabei zu sein.
ALT Selfie mit Maske