Wenn man die Bilder des vergangenen Wochenendes aus Frankreich sieht und an sich heranlässt, merkt man, was für eine zivilisatorische Errungenschaft es doch eigentlich ist, sich über diese und jene Jobfragen, Liebesangelegenheiten und alltäglichen Lebensdinge in all der Umfänglichkeit, wie wir es heute vermögen, Gedanken machen zu können. Wenn dein Laden abbrennt, fragst du dich nicht mehr an einem Sonntagmorgen gemütlich bei einer Tasse Kaffee, ob du nicht vielleicht diese oder jene Lebensentscheidung anders hättest treffen sollen. Du musst dann gucken, dass du überhaupt wieder an Geld kommst und nicht in der Privatinsolvenz untergehst.
Ganz zu schweigen davon, was es für unser aller Leben bedeutet, wenn es plötzlich normal wird, dass Straßen und Geschäfte brennen, Räuberbanden das Straßenbild beherrschen und jene zivilisatorischen Grundlagen, auf die wir uns alle still geeinigt haben, von einem enthemmten Mob hämisch mit Füßen getreten werden. Es ist ein geduckteres Leben, was uns dort erwartet. Ein Leben, in dem wir viel Energie darauf verwenden müssen, für unsere Sicherheit und Lebensgrundlagen zu sorgen, die wir doch eigentlich gern darin gegeben hätten, etwas Produktives zu leisten, was unser Leben oder das Leben anderer bereichert.
Was soll man nur dagegen tun? Wir werden uns ja nicht in Straßenschlachten begeben, unsere kriegerischen Instinkte wiederbeleben und plötzlich massenhaft Kinder zeugen - wir würden uns selbst aufgeben, wenn wir mit den gleichen Waffen wie jene kämpfen, die den Westen und unsere Art zu leben zerstören wollen. Nein, die einzige bürgerliche Antwort auf diese Zerstörung ist: Wählen. Das Wählen von Politikern, die mit der Gewalt des Staates vermögen, dieser enthemmten Zerstörungswut Einhalt zu gebieten. Fragen Sie mich nicht, wer das sein soll, den man da wählen muss, ich weiß es ja auch nicht. Aber zum Glück ist unsere Demokratie immer noch so beweglich, dass eine dahingehende Veränderung überhaupt möglich ist.