Redundante Strukturen sollen die Resilienz von IT-Systemen verbessern. Wäre das auch ein sinnvoller Ansatz für andere Bereiche wie Lieferketten oder Personal?
In der IT sind redundante Systeme weitverbreitet: Fällt System A aus, kann schnell auf System B gewechselt werden. Das steigert die Resilienz und hieße übertragen auf Lieferketten: Ist die Straße von Hormus gesperrt, wird eben über die Pipeline quer durch Saudi-Arabien geliefert. Allerdings hat schon die IT-Praxis gezeigt, dass Redundanzen meist nicht nur kostspielig sind, sondern oft genug auch scheitern. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe: Werden Systeme nicht immer wieder synchronisiert, nützt das Back-up wenig, weil die Daten veraltet sind. Bei einer regelmäßigen Synchronisierung kann allerdings ein unentdeckter Virus beide Systeme befallen; das Back-up ist dann ebenfalls unbrauchbar.
Ein weiteres Problem: Um volle Redundanz herzustellen, müssten alle entscheidenden Elemente gedoppelt werden, damit ein Ausfall an der „Weiche“ nicht beide Systeme lahmlegt. Doch wo beginnt die Weiche? Der „Common Cause Failure“ – wenn unterschiedlichste Fehler auf eine gemeinsame Ursache zurückzuführen sind – ist auch in hochredundanten Systemen eine häufige Ausfallursache. Wenn die mehrfach eingesetzte, unverzichtbare Hardwarekomponente gleichzeitig versagt oder das Stromnetz ausfällt, hilft auch eine sehr frühe Weichenstellung nicht.
Dieser Beitrag von Bastian Frien und Boris Karkowski ist zuerst unter results. FinanzWissen für Unternehmen erschienen. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Bank.
Foto von Mika Baumeister auf Unsplash
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Sep 18, 2026 · 4:00 PM UTC
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