#AliceWeidel hat leider recht: Faschismus und Sozialismus sind siamesische Zwillinge - sie hassen sich, weil sie sich so ähnlich sind.
Doch,
@MarcSchinzel, gerade darüber müssen wir reden - nicht in hohlen Slogans, sondern mit einer nüchternen Analyse. National-Sozialisten hiessen so, weil Sie sich selber als Sozialisten sahen und anpriesen. Mussolini, der Begründer des Faschismus (und Vorbild von Hitler), sah sich sein Leben lang als Sozialist. Was sie beide von den Kommunisten unterschied, war das "nationalistisch". Okay, nicht ganz dasselbe: die einen setzten auf Klassenhass, die anderen auf Rassenhass. Aber das Prinzip ist dasselbe. Was Kommunisten und Faschisten vereint, ist der Kollektivismus, das Führerprinzip, ihre Verachtung für Demokratie, Freiheit und Religion, die Idee, dass sich eine Gesellschaft nicht frei entwickeln soll, sondern nach einem von ihnen erdachten Plan. Natürlich hassen sie sich gegenseitig, die Kommunisten und Faschisten - weil Sie sich so ähnlich sind. Fidel Castro war in jungen Jahren ein grosser Bewunderer von Mussolini, von dem er viel lernte. Oder Antonio Gramsci, glühender Kommunist, der geistige Vater der heutigen Zivilgesellen. Verfolgt von Mussolini schrieb Gramsci seine wichtigsten Texte bekanntlich im Gefängnis (Quaderni del carcere). Gramsci hasste Mussolini, zweifellos, weil er aus seiner Sicht die falschen Ziele verfolgte, aber in strategischer Hinsicht bewunderte und kopierte er ihn. Die Idee der vom Sozialismus bis zum letzten Winkel durchdrungenen "Zivilgesellschaft", die man schafft, indem man das ganze zivile Leben - vom Gesangsverein über die Schule bis zum Freizeitpark - nach ideologischen Prinzipien organisiert und orchestriert, vom Neuen Menschen, der keinen Gott mehr braucht, hat er von Mussolini geklaut. Und darum geht es, das ist der Kern. Sozialismus und Faschismus sind siamesische Zwillinge, die Antithese zu beiden ist der kapitalistische Liberalismus - also das, was heute als "rechtsextrem" bezeichnet wird -, ein System, das auf Freiheit in Demokratie vertraut, das dem Bürger möglichst viel und dem Staat möglichst wenig Macht zuspricht. Ja, wir leben in einer verrückten Welt. Rot wird schwarz, schwarz wird grün - Slogans helfen nicht mehr weiter, der Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit führt über das eigene Denken.