Es ist kaum in Worte zu fassen.
Eine Mutter, die sich sehnlichst ein Kind wünscht – und dann, als das Glück doppelt kommt, eines davon einfach auslöschen lässt. Nicht weil es krank wäre. Nicht weil ihr Leben oder das des anderen Kindes in Gefahr stünde. Sondern weil sie „nur eins“ wollte. Weil zwei ihr zu anstrengend, zu teuer, zu unpraktisch erscheinen. Weil ihr Lebensplan, ihre Bequemlichkeit, ihr Ego wichtiger sind als das schlagende Herz in ihrem eigenen Leib.Wie bringt man das fertig?
Wie legt man die Hand auf den Bauch, spürt zwei Leben – und entscheidet kaltblütig: Das eine darf bleiben, das andere muss sterben. Weil es „zuviel“ ist. Weil es nicht in die Vorstellung passt. Weil man die „passende Stückzahl“ haben will.Das ist kein tragischer Konflikt. Das ist reiner Egoismus in seiner grausamsten Form. Ein Wunschkind wird zum Wegwerfprodukt, sobald es die persönliche Komfortzone stört. Ein gesundes, unschuldiges, bereits existierendes Leben wird geopfert, nur damit die Mutter ihr Leben so führen kann, wie sie es sich vorgestellt hat – ohne die „Belastung“ eines zweiten Kindes.Und was bleibt dem überlebenden Kind später? Das Wissen, dass sein Zwilling sterben musste, damit es selbst „gewollt“ genug war. Dass die Mutter die Macht hatte, eines von beiden auszusortieren – und sie hat sie genutzt. Es ist unerträglich traurig.
Und es ist empörend bis ins Mark. Ein Kind ist kein Accessoire. Kein Lifestyle-Produkt. Keine Bestellung, die man nachträglich korrigieren kann, wenn die Lieferung „zu viel“ war.
Wer so handelt, hat die Grenze des Menschlichen überschritten.