Anästhesist | Notfall & Intensivmediziner, #Berlin

Wer Stolpersteine verbietet und an einen Randort verlegen will, schiebt die Opfer der Nationalsozialisten an den Rand der Stadt und des Bewusstseins. Stolpersteine bringen die Erinnerung dorthin, wo die Verfolgten gelebt haben: vor ihre Haustür, mitten in den Alltag. Genau das macht ihre Kraft aus. Eine Gedenkfläche auf dem Friedhof, die man nur mit Vorsatz besucht, ist kein Ersatz, sondern der bequemere Weg des Vergessens. Dass die AfD so handelt, überrascht niemanden. Dass CDU-Stadträte ihre Unterschrift unter denselben Antrag setzen, ist ein Skandal. Wer bei der Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes gemeinsame Sache mit Rechtsextremen macht, hat jede Ausrede verloren. Selbst die Verwaltung rät zur Ablehnung. Fritz und Martha Goldstein wurden verhaftet, enteignet und abgeschoben. Ihre Namen gehören dorthin, wo sie zu Hause waren.
Gedenken an Opfer des NS-Regimes: AfD und CDU in Heidenau wollen keine Stolpersteine mehr verlegen n-tv.de/politik/AfD-und-CDU-…
516
749
3,764
75,195
Stolpersteine in Berlin. In Heidenau Sachsen sollen künftig keine mehr verlegt werden. Das fordern Stadträte von AfD+ CDU. So fängt es an. Wie es weiter geht zeigte uns der Film Berlin Babylon. Wohin es geführt hat zeigt diese Liste. berlin.de/ba-charlottenb…
254
599
2,471
158,937
Irre, wie bei #Illner die Märchen und das Wording der Rechtsextremen übernommen wird: Weil man über eine rechtsextreme Partei als Rechtsextreme redet, hätten Bürger das nicht mehr ernst genommen und weil man sie in die rechte Ecke gestellt habe, hätten sie sich dort eingerichtet
2
9
66
1,373
Got my COVID vaccine booster today! COVID vaccines help prevent infection, severe disease, and Long COVID
423
112
917
98,317
Das Gequatsche, die Brandmauer sei gescheitert, nervt. Das Gegenteil ist der Fall. Denn die Brandmauer hatte nie das Ziel, die AfD klein zu halten, sondern sie von exekutiver Macht fernzuhalten. Das ist bis jetzt gelungen. Gescheitert hingegen ist der Versuch der Union, ...
63
116
553
30,320
Göttingen ist eine Universitätsstadt. Es wohnen also viele Studierende dort (sicherlich auch einige, die dort nicht gemeldet sind und deshalb nicht dort wählen konnten). Die Grünen ganz klar vorne - die AfD unter ferner liefen. Was sagt uns das?
1,482
270
2,156
140,585
Irgendwann merken auch junge Menschen zum Glück, dass Rechte und Faschisten ihre Zukunft zerstören. taz.de/Parlamentswahl-in-Sch…
2
32
112
725
Weil mir so viele schreiben, ein Hinweis in eigener Sache! Irgendein Honk hat mein Profil und Namen kopiert und repostet meine Beiträge und streut Werbung dabei ein. Sein Handle schreibt sich jedoch mit 2 L in Helm! Folgt dem nicht! Ich habe den vor 2 Wochen gemeldet und blockiert, passieren tut bislang leider nichts.
70
62
323
9,044
RT @mkowa1: Warum hatte die #AfD diesen riesigen Erfolg? Noch einmal: Fast nur durch ihre Reichweite in den Medien! #Siegmund Hört das. Ich…
8
3
Machen wir uns nichts vor. 80-90% von denen, die heute AfD im Osten wählen, kann man nicht wieder einfangen, indem man Ihnen die Politik besser erklärt oder Ihre Sorgen und Nöte "endlich" ernst nimmt. Das ist alles schon hunderte Male geschehen. Und das wollen sie auch gar nicht. Die sind nicht an Problemlösungen interessiert, denn sie haben überhaupt keine Probleme, die die Politik lösen könnte. Sie wollen lecker Bratwürste und ein wohliges Gefühl von Zugehörigkeit und Volksgemeinschaft. Sie wollen einfach stolz sein dürfen auf ihre Heimat und dabei sollen sie keine "linken und grünen Spinner" (O-Ton Merz) dabei stören. Ihre timeline sagt Ihnen jeden Tag, dass von Ausländern grundsätzlich Gefahr ausgeht, Trump fetzt, die Ukraine korrupt ist und Moskau der Freund. Da ergibt sich dann das geschlossene Weltbild von ganz allein. Jetzt finden sie es erstmal toll, welche Wirkmacht Ihre Wahl nun hat. Wie jetzt alle in den Medien und im politischen Berlin panisch rumlaufen und analysieren und rumlaufen und analysieren und doch keine Antwort finden. Sie fühlen diese Macht. Sie finden das geil. Deswegen werden sie auch nicht aufhören die AfD zu wählen, nur weil irgendjemand sie oder die die AfD "rechtsextrem" nennt. Sie waren schon immer so und früher war das schließlich auch kein Problem als sie im Osten noch die CDU gewählt haben. Sie werden auch nicht aufhören, die AfD zu wählen, wenn die Wirtschaft wieder wachsen sollte, die Steuern sinken würden und es überhaupt keine Netto-Migration nach Deutschland mehr geben würde. Es war keine Denkzettelwahl, damit die Politiker in Berlin irgendetwas überdenken sollen. Es ist das Signal, dass sie mit diesem System abgeschlossen haben. Zum Glück für die Bundesrepublik gibt es relativ wenige Ossis insgesamt. Wenn jemand widersprechen möchte, nur zu.
OSTDEUTSCHLAND | Sonntagsfrage Bundestagswahl Forsa/RTL, n-tv AfD: 45% (+13,0) LINKE: 15% (+1,6) CDU: 12% (-6,7) SPD: 9% (-2,6) GRÜNE: 9% (+1,1) BSW: 5% (-4,4) Sonstige: 5% (-2,0) Änderungen zum Wahlergebnis von 2025 #btw29
1,025
415
2,918
277,487
Hahahahhaaa! Mein Tweet des Tages. Stabiiiiil! @mopo 🙏🤝😅❤️❤️❤️ #AfDVerbotsverfahren
35
579
4,020
43,839
Auch AfD-Faschisten und Rechtsextremisten werden nicht automatisch zu Demokraten, nur weil sie demokratisch gewählt sind. Sondern Demokratie wird früher oder später zum Faschismus. Faschisten den 🖕zu zeigen gefährdet Demokratie nicht! Ihnen die Hand zu reichen schon!
So sieht es aus. Echt bitter.
2
4
116
If you think the AfD is a “normal” party, look at who’s just been elected: former neo-Nazis, a convicted forger, two porn producers, several Putin admirers -- and even a former full-time Stasi officer. The future of Germany! 😉👇
Ich habe mir mal genauer angeschaut, welche #AfD-Abgeordneten in den neuen Landtag von #SachsenAnhalt einziehen werden, abseits der Bekannteren:
742
3,214
7,249
536,210
Replying to @Celik_Chn
Rechtspopulistische Narrative und rechtsradikales Framing medial normalisiert. "Die Stimme aus dem Elfenbeinturm vertritt der Politikwissenschaftler Christian Stecker, der zu einem Höhenflug zwischen »ethnopluralistisch« und »ethnokulturell« abhebt und eine »Akzeptanz des Pluralismus« einfordert. »Ethnopluralismus« ist ein Begriff der neuen Rechten. In der Runde erklärt das niemand, auch nicht die Moderatorin Caren Miosga" nd-aktuell.de/artikel/120233…
1
1
111
Replying to @Celik_Chn
Ein paar Basics zu dem Thema: Der Ethnopluralismus lässt sich nicht mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung (FDGO) vereinen. Sowohl das Bundesverfassungsgericht (u. a. im NPD-Verbotsverfahren 2017 sowie beim Finanzierungsausschluss der Partei Die Heimat 2024) als auch die Verfassungsschutzbehörden und das Oberverwaltungsgericht NRW (2024) haben klargestellt, dass die verfassungsrechtliche Kernstruktur der Bundesrepublik Deutschland dem Ethnopluralismus widerspricht.Die Unvereinbarkeit basiert auf drei zentralen Konfliktpunkten: 1. Verstoß gegen die Menschenwürde (Art. 1 Abs. 1 GG) Gleicher Wert aller Menschen: Das Grundgesetz geht von der unantastbaren Würde des einzelnen Individuums aus.Ausgrenzung: Ethnopluralismus ordnet den Einzelnen einem vermeintlich kollektiven „Volks- oder Kulturkörper“ unter. Die Pauschalbehauptung, dass Angehörige bestimmter Kulturen oder Herkünfte nicht integrierbar seien oder eine Bedrohung für das Staatsvolk darstellten, verletzt den Kern der Menschenwürde. 2. Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot (Art. 3 Abs. 3 GG) Das Grundgesetz verbietet ausdrücklich Benachteiligungen oder Bevorzugungen aufgrund von Abstammung, Rasse, Heimat, Herkunft oder religiösen bzw. politischen Anschauungen.Eine Politik, die Rechte oder den Bleibestatus von Menschen an deren ethnisch-kulturelle Herkunft knüpft, stellt eine verfassungswidrige Diskriminierung dar. 3. Widerspruch zum verfassungsrechtlichen Volksbegriff (Art. 20 Abs. 2 GG)Staatsbürgerliches Demokratieverständnis: Das Grundgesetz definiert das „Volk“, von dem alle Staatsgewalt ausgeht, rein staatsrechtlich – es umfasst alle deutschen Staatsangehörigen, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft (Staatsbürgergesellschaft). Entzug von Rechten: Der Ethnopluralismus vertritt hingegen einen exklusiven ethnisch-kulturellen Volksbegriff. Die daraus abgeleiteten Forderungen (wie die Staffelung von Rechten für Staatsbürger nach Migrationshintergrund oder Konzepte einer sogenannten „Remigration“ bzw. De-Integration) zielen darauf ab, Staatsbürger zweiter Klasse zu schaffen oder sie aus dem Staatsvolk auszuschließen. Dies stellt einen direkten Angriff auf das egalitäre Demokratieprinzip dar.
1
3
5
327
Warum Populisten an ihren Lügen erstaunlich selten scheitern - eine Analyse 👇 Am 10. September 2024 konnte man im amerikanischen Fernsehen etwas beobachten, das nach den vertrauten Regeln politischer Kommunikation verheerend hätte enden müssen. Kamala Harris trieb Donald Trump im TV-Duell wiederholt in die Defensive. Besonders zuverlässig funktionierte ein Angriff auf eine seiner empfindlichsten Stellen: seine Eitelkeit. Harris erwähnte Menschen, die seine Wahlkampfveranstaltungen aus Langeweile und Erschöpfung vorzeitig verließen. Trump biss sofort an, redete über die Größe seiner Veranstaltungen und gelangte wenig später zu einem der bizarrsten Sätze des Wahlkampfes: 👉 "Migranten in Springfield würden Hunde und Katzen essen." Harris schaute, als hätte im Aufzug gerade jemand erklärt, Napoleon zu sein. 👀 Die Behauptung war unbelegt, sie war völlig bizarr. Behörden in Springfield hatten erklärt, dass es keine glaubwürdigen Berichte über derartige Vorfälle gebe. Selbst der Moderator korrigierte Trump noch während des Duells. Eine CNN-Sofortbefragung unter Zuschauern fiel anschließend erwartungsgemäß mit 63 zu 37 Prozent deutlich zugunsten von Harris aus. Nach den traditionellen Regeln eines Fernsehduells hatte Trump verloren. 👉 Knapp zwei Monate später wählten die Amerikaner ihn zum Präsidenten. Wer verstehen will, weshalb erfolgreiche Populisten wie Trump oder die AfD an entlarvten Lügen und Skandalen so erstaunlich selten scheitern, sollte genau bei diesem scheinbaren Widerspruch anfangen. 🔎 Die Lüge, die gar nicht geglaubt werden muss Unsere übliche Vorstellung politischer Kommunikation funktioniert ungefähr so: Ein Politiker behauptet etwas. Journalisten prüfen die Behauptung. Sie erweist sich als falsch. Der Politiker verliert Glaubwürdigkeit. Wiederholt sich das häufig genug, verliert er Wähler und anschließend die Wahl. Das klingt vernünftig. Es setzt allerdings voraus, dass seine Anhänger den Wahrheitsgehalt einzelner Aussagen ähnlich gewichten wie seine Kritiker. Genau daran darf man zweifeln, daß ist der Knackpunkt. 😉 Eine bemerkenswerte Studie der Soziologen Oliver Hahl, Minjae Kim und Ezra W. Zuckerman Sivan trägt den ausgesprochen passenden Titel "The Authentic Appeal of the Lying Demagogue". Die Forscher untersuchten ein zunächst paradoxes Phänomen: Menschen können einen Politiker als authentischen Vertreter ihrer Interessen wahrnehmen, obwohl seine Lügen klar erkennbar sind. Besonders interessant wird der Mechanismus, wenn Menschen das politische System als unfair, illegitim oder gegen die eigene Gruppe gerichtet erleben. Unter diesen Bedingungen kann eine offensichtliche Verletzung gesellschaftlicher Normen sogar zum Signal werden: Dieser Politiker unterwirft sich den Regeln des verhassten Systems nicht. Er kämpft gegen diejenigen, von denen wir uns betrogen fühlen. 😩 Der Regelbruch beschädigt seine Authentizität dann nicht nur weniger als erwartet. Er kann sie sogar stärken. Damit verändert sich die Funktion einer politischen Behauptung. 👉 Trumps Geschichte über haitianische Migranten und Haustiere war faktisch völlig grotesk. Ihre eigentliche Botschaft war für seine Anhänger allerdings eine größere: "Migration ist außer Kontrolle. Die Regierung versagt. Normale Amerikaner tragen die Folgen. Medien und politische Eliten verschweigen oder verharmlosen das Problem. Trump spricht es wenigstens aus." Unter diesen Voraussetzungen muss der Hund gar nicht gegessen worden sein. 🍴🐕 Er wird zum Statisten in einer größeren Erzählung. Der Faktenchecker kommt anschließend und erklärt gewissenhaft, dass der Hund wohlauf ist. Damit hat er den Hund gerettet. Politisch ist bei Trump-Wählern erstaunlich wenig gewonnen. 🎵 Tell me lies Hier wird der alte Fleetwood-Mac-Song interessanter, als es einem Popsong aus dem Jahr 1987 eigentlich zusteht. Sweet Little Lies handelt vom gewollten Belogenwerden. Die Wahrheit droht etwas zu zerstören, das man behalten möchte. Also wird die andere Erzählung attraktiver. Beim politischen Populismus muss die Lüge keineswegs angenehm sein. Sie darf von Niedergang, Migration, Verrat, korrupten Eliten oder dem bevorstehenden Untergang des Landes handeln. Sie muss nur entlasten. Eine komplizierte, auf den ersten Blick nicht durchschaubare Wirklichkeit bekommt plötzlich eine verständliche Ordnung. Für Abstiegsängste gibt es Schuldige. Gesellschaftliche Veränderungen folgen angeblich einem perfiden Plan. Unterschiedliche Probleme bekommen denselben Urheber. Und irgendwann steht auch jemand (wütend gestikulierend oder Dauerlächelnd) auf der Bühne, der verspricht, das alles wieder in Ordnung zu bringen. Einfach so. Die Lüge muss deshalb gar nicht stark genug sein, um als Tatsachenbehauptung zu bestehen. Sie muss lediglich attraktiv genug sein, um eine unangenehme Wirklichkeit abzuwehren. Der Anhänger kann durchaus beschwichtigend sagen: "Das mit den Katzen war wahrscheinlich Quatsch. Aber im Kern hat Trump recht." 👉 Genau dieser Satz ist gefährlicher als blinde Leichtgläubigkeit, denn die einzelne Lüge darf sterben aber die Geschichte überlebt. 🇩🇪 Von Trump zur AfD Damit sind wir ziemlich schnell in Deutschland. Auf X lässt sich regelmäßig dasselbe Ritual beobachten. Ein AfD-Politiker sagt etwas völlig Abwegiges. Journalisten recherchieren. Juristen ordnen ein. Ökonomen rechnen nach. Accounts hier zerlegen Aussagen Satz für Satz und präsentieren anschließend ziemlich überzeugend, was daran falsch, widersprüchlich oder praktisch kaum umsetzbar ist. Ein AfD-Unterstützer schreit rum, schubst Leute, ist aggressiv, einem AfD-Politiker wird Unterschlagung oder Russlandtreue nachgewiesen. Dann erscheint die nächste Sonntagsfrage. 👉 📈 Die AfD steigt. Ende August 2026 liegt sie in den bundesweiten Umfragen verschiedener Institute zwischen 27 und 29 Prozent. Darauf folgt regelmäßig dieselbe Fassungslosigkeit: Wie kann eine Partei nach all dem noch zulegen, sind deren Anhänger blind und taub? Dahinter steckt eine verständliche Hoffnung. Irgendwann müsse der Stapel der Widerlegungen eine Höhe erreichen, bei der politische Loyalität aus statischen Gründen zusammenbricht. Eine bekannte Mindesthöhe gibt es offenbar nicht, die zugrunde liegende Rechnung behandelt jede Enthüllung bei der AfD wie einen weiteren Abzug vom Vertrauenskonto. Irgendwann müsste der Saldo negativ sein. Das Problem dabei: ➡️ Populistische Bindung funktioniert so nicht. 🤫 Wieso? 👇 Die AfD präsentiert sich seit Jahren als Gegnerin eines politischen, medialen und gesellschaftlichen Establishments. Wer bereits überzeugt ist, dass dieses Establishment gegen die Interessen der eigenen Gruppe handelt, hört Kritik an der AfD unter ganz anderen anderen Voraussetzungen. 👉 Der Journalist denkt: "Ich zeige, dass diese Aussage falsch ist." 👉 Der AfD-Anhänger sieht: "Schon wieder gehen die Medien auf die AfD los. 😩" 👉 Ein Ökonom berechnet, dass ein bestimmtes Vorhaben erhebliche wirtschaftliche Nachteile haben könnte. 👉 Die Antwort eines AfD-Anhängers kann lauten: "Natürlich erklären uns die s.g. System-Experten wieder, warum wir die AfD nicht wählen dürfen. 😩" 👉 Eine Institution äußert sich kritisch zur Partei. 👉 Das vorhandene Narrativ liefert die Übersetzung praktischer Weise gleich mit: "Klar, Das System bekämpft seine Opposition. 😩" So kann eine Widerlegung in genau die Geschichte eingebaut werden, die sie widerlegen sollte. 😉 Die Hoffnung, ausgerechnet der siebenundvierzigste Faktencheck werde die Erleuchtung bringen, nachdem die ersten sechsundvierzig bereits als Beweis einer Kampagne gegen die eigene Seite verbucht wurden, verlangt jedenfalls einen bemerkenswerten Glauben an die pädagogische Kraft des Quellenlinks. 📎 📊 Ein harter Kern erklärt noch keine 28 Prozent Damit ist allerdings erst die halbe Geschichte erzählt und hier wird es unbequem. Ein politisch abgeschotteter harter Kern erklärt Stabilität. Er erklärt noch keinen starken Zuwachs. Eine Partei wächst nicht auf 27 oder 28 Prozent, indem dieselben Anhänger jeden Monat ein wenig überzeugter werden. Wer diesen Zuwachs ausschließlich mit Verblendung der Anhänger erklären möchte, spart sich viel Arbeit. Er erklärt damit allerdings keinen einzigen zusätzlichen Wähler, denn die neuen Wähler müssen zunächst hinzukommen. Und genau hier beginnt der Mechanismus früher. Menschen wenden sich einer populistischen Partei aus sehr unterschiedlichen Gründen zu. Manche sind mit der Migrationspolitik unzufrieden, andere mit ihrer wirtschaftlichen Situation, mit der Regierung, mit gesellschaftlichen Veränderungen oder mit Institutionen. Bei manchen ist es Protest. Andere haben das Gefühl, politisch nicht mehr vorzukommen. Sie müssen - daß ist wichtig zu verstehen! - zu diesem Zeitpunkt keineswegs das vollständige Weltbild der Partei teilen. Der Populismus macht diesen Leuten ein Angebot: Er verbindet unterschiedliche Unzufriedenheiten zu einer gemeinsamen Geschichte. 👉 Eure Probleme haben eine gemeinsame Ursache. Die politische Elite handelt gegen euch. Das ist kommunikativ ungemein wirkungsvoll. Aus einzelnen Enttäuschungen entsteht eine einfach zu verstehende Erklärung der komplizierten Welt. 🌎 Wer zunächst wegen eines Sachthemas kommt, übernimmt mit der Zeit weitere Bestandteile des Narrativs. Aus "Bei Migration halte ich die AfD für überzeugender" wird irgendwann: 👉 "Die etablierten Parteien lösen das Problem absichtlich nicht." Später dann: 👉"Die Medien decken das." Und schließlich: 👉 "Natürlich wird die AfD von Medien, Behörden und Parteien bekämpft. Sie ist schließlich die einzige echte Opposition." Die Bindung entsteht also nicht erst nach der Radikalisierung. Sie kann sich schrittweise schließen. 🧩 Wenn Informationen ihren neutralen Absender verlieren Hier hilft Friedrich Glasls Modell der Konflikteskalation. Glasl beschreibt auf der vierten Eskalationsstufe, "Bilder und Koalitionen", einen Zustand, in dem sich feste Bilder des Gegners herausgebildet haben. Neue Informationen verändern dieses Bild kaum noch. Sie werden durch dieses Bild interpretiert. Genau dieser Mechanismus lässt sich in stark polarisierten politischen Auseinandersetzungen wiedererkennen. Eine Information hat irgendwann keinen neutralen Absender mehr. Der gleiche Befund wird unterschiedlich bewertet, abhängig davon, ob er vom eigenen Lager, von einem Wissenschaftler, der Tagesschau, einer Behörde oder einem politischen Gegner stammt. Genau das sehen wir bei vielen AfD-Anhängern. Dem Außen begegnen sie zwar mit generalisiertem Misstrauen, nach innen herrscht aber ein absolutes Vertrauen. Oberflächlich diskutiert man noch darüber, ob eine Zahl stimmt. Darunter läuft aber längst eine ganz andere Auseinandersetzung: 👉 Wem darf man überhaupt noch glauben? Glasls nächste Stufe heißt "Gesichtsverlust". Nun gilt der Gegner zunehmend nicht mehr bloß als irrend oder interessengeleitet. Seine moralische Integrität selbst steht infrage. Her auf X muss man für Anschauungsmaterial gewöhnlich nicht lange scrollen. Aus politischen Gegnern werden Systemparteien, Volksverräter, Faschisten, NGO-Agenten oder linksgrüne Propagandisten. Die konkrete Sachfrage dient häufig nur noch als Austragungsort eines längst viel größeren Konflikts. Nicht zu vergessen, auch wenn das einige von mir nicht hören wollen. 👉 Dieser Mechanismus ist kein Privileg von AfD-Anhängern. Auch ihre Gegner können Informationen vorsortieren, weil sie vom falschen Absender kommen, und irgendwann eher das Etikett als das Argument prüfen. Achtet mal darauf - Wer bei diesem Absatz ausschließlich an die jeweils anderen denkt, liefert möglicherweise bereits ein kleines Anschauungsbeispiel. 😉 Daraus folgt allerdings keine bequeme Symmetrie der Tatsachen, denn daß Menschen auf beiden Seiten zu denselben psychologischen Wahrnehmungsmustern fähig sind, sagt nichts darüber aus, ob ihre jeweiligen Behauptungen gleich gut belegt sind. Glasl beschreibt die Dynamik des Konflikts sehr klar. Ob eine konkrete Behauptung stimmt, entscheidet weiterhin die Evidenz, sonst nichts und gerade deshalb ist diese Unterscheidung wichtig. Sonst wird aus der richtigen Beobachtung, daß beide Seiten Feindbilder entwickeln können, sehr schnell die falsche Folgerung, beide Seiten hätten deshalb auch gleichermaßen recht oder unrecht. 🏛️ Der Protest gegen die Elite braucht die Elite Wer sich wie Trump oder die AfD als Aufstand gegen eine angeblich geschlossene Elite präsentiert, benötigt diese Elite als permanente Gegenfigur. Die AfD sagt ihren Anhängern, etablierte Parteien, Medien und Institutionen wollten sie kleinhalten. Dann kritisieren etablierte Parteien, Medien und Institutionen die AfD. 👉 Für einen fest gebundenen Anhänger ist damit weniger die AfD widerlegt als deren Erzählung bestätigt. Besonders hübsch wird es, wenn die Partei behauptet: "Sie wollen uns zum Schweigen bringen. 😩" Und anschließend Menschen öffentlich möglichst laut fordern, man müsse diese Partei endlich zum Schweigen bringen. Kommunikationstechnisch könnte die Lieferung kaum zuverlässiger erfolgen. Das macht Kritik weiterhin notwendig. Man sollte lediglich verstehen, welche Wirkung sie in unterschiedlichen Gruppen entfaltet. 🧠 Faktenchecks sind Konkurrenz um Wirklichkeit An diesem Punkt entscheidet sich auch, welchen Sinn Faktenchecks noch haben. Wenn ihr erwartet, einen stark identitätsgebundenen Anhänger mit dem siebenundvierzigsten Beleg zu einer vollständigen Neubewertung seiner politischen Zugehörigkeit zu bewegen, verlangt ihr von einem Faktencheck eine psychotherapeutische Wunderheilung. Dafür wurde der nicht erfunden. 😉 Ihr vergesst, sein wichtigstes Publikum sitzt daneben. 🤫 Das sind Menschen, die unzufrieden, aber noch nicht festgelegt sind. Menschen, die eine Behauptung zum ersten Mal lesen. Menschen, bei denen aus einem politischen Ärgernis noch keine vollständige Erklärung der Welt geworden ist. Gerade weil populistische Bindung entstehen und sich anschließend verhärten kann, sind Faktenchecks in dieser früheren Phase wichtig. Sie sind Konkurrenz um die Beschreibung der Wirklichkeit. Sie verhindern, dass eine emotional eingängige Erzählung unwidersprochen zur einzigen verfügbaren Erklärung wird. Man dokumentiert die Methode. Man zeigt den Trick. Man trennt belegbare Tatsachen von Manipulation und politischer Inszenierung. Die erwartete Mechanik bei Faktenchecks/Enthüllungen lautet: 👉Enthüllung → Empörung → Erkenntnis → sinkende Umfragewerte Nur: Die politische Wirklichkeit hat sich bislang hartnäckig geweigert, dieses Ablaufdiagramm zu lesen. Beim harten Kern kann die Empörung der Gegenseite sogar als weiterer Beweis für das bestehende Narrativ dienen: 👉 "Seht ihr, wie sie wieder auf uns losgehen. 😩" Bei denjenigen, die gerade erst anfangen, dieses Narrativ attraktiv zu finden, kann die Widerlegung dagegen noch etwas bewirken. Genau deshalb lohnt sie sich. 🎶 Sweet Little Lies Vielleicht ist das die unbequemste Erkenntnis aus dem Fernsehduell zwischen Harris und Trump. 👉 Harris konnte Trump rhetorisch klar schlagen. 👉 Faktenchecker konnten seine wilden Behauptungen widerlegen. 👉 Millionen Zuschauer konnten beobachten, wie leicht er sich provozieren ließ und welchen Unsinn er dabei erzählte. ➡️ Es reichte nicht. Denn der erfolgreiche Populist verkauft keine Sammlung überprüfbarer Einzelaussagen. Er verkauft eine Geschichte darüber, wer schuld ist, wem man noch vertrauen kann und wer angeblich auf der eigenen Seite steht. Solange so eine Geschichte trägt, kann erstaunlich viel darin falsch sein. Die einzelne Lüge muss nicht einmal vollständig geglaubt werden. Es genügt manchmal, dass der Wähler sie glauben will, weil die Alternative bedeuten würde, die größere Geschichte infrage zu stellen. Fleetwood Mac hatten eher keine Theorie des modernen Populismus im Sinn. Die entscheidende Zeile haben sie trotzdem geliefert: 👉 Tell me lies. Tell me sweet little lies. 😎 #Populismus #Desinformation #Faktencheck #AfD #Trump #PolitischeKommunikation
84
217
568
35,658
UtopiaTV hat gegen das Wahlgeheimnis verstoßen und IM Wahllokal drehen. Sie editieren ihre Videos, hier waren sie noch dran. Gut zu sehen, wie die Security von #Siegmund gezielt die Kamera direkt an der Polizei vorbei lotst. Teilen, lasst sie damit nicht durchkommen! #LTWLSA
62
697
1,560
40,873
schauen würden statt nur auf die AfD? Lasst uns ihren Mut feiern und ihre Forderungen verbreiten. Teile das Video mit allen, die das sehen müssen.✊❤️‍🔥 Quelle: Campact.de 2/2
18
68
325
3,229
Alle reden über ein TUM-Papier, das angeblich Fehler der EU-Autopolitik enthüllt. Weil bei der Produktion von E-Autos CO2 entstehen, sind sie nicht klimaneutral. Markus Söder springt natürlich auch sofort auf den Zug auf. 5 Dinge, die BILD und Söder nicht erwähnen. 🧵
16
106
444
11,340