Tom Krebs bei Jung & Naiv über Talkshows und die „Wirtschaftsweisen“: Monika Schnitzer sitzt bei Maischberger, macht Tweets, kommentiert Vergesellschaftung und für Krebs wirkt vieles davon wie „Propaganda der Immobilienlobby“, weil die konkreten Zahlen und Annahmen oft gar nicht sauber offengelegt werden. Sein Punkt ist größer als Schnitzer: In deutschen Talkshows reichen oft ein paar Kalendersprüche, solange jemand als „Wirtschaftsweise“ oder „Experte“ eingeführt wird. Tilo Jung hatte die Mitglieder des Sachverständigenrats selbst schon zu Gast; Krebs sagt trotzdem ganz offen: Er würde dieses Gremium nicht anders besetzen, sondern abschaffen. Warum? Weil diese angebliche Neutralität für ihn eine Fiktion ist. Ökonomische Modelle beruhen auf politischen Annahmen, nur werden die im Fernsehen fast nie mitgeliefert. Vielleicht brauchen wir weniger „Wirtschaftsweise“ im Talkshow-Sessel und mehr Offenlegung darüber, welche Interessen und Annahmen hinter ihren Aussagen stehen.