Wenn medizinische Studien scheitern ...
ME/CFS-Studien & gescheiterte Immunadsorption
Ziel: Prüfen, ob Entfernung von GPCR-Autoantikörpern (vor allem β2-adrenerger Rezeptor) ME/CFS-Symptome bessert.
Was wurde gemacht: 20 post-COVID-ME/CFS mit erhöhten ß2R-Antikörpern → 5 IA-Sitzungen, Messung über 6 Monate.
Warum „gescheitert“: Klein, nicht randomisiert, stark selektiv → nur eine Subgruppe mit nachweisbaren Autoantikörpern, nicht auf alle ME/CFS übertragbar.
HBOT: 60 Patient:innen, vorselektierte CFS_CARE-Kohorte, keine systematische Subgruppenanalyse.
Wurden wichtige Untergruppen berücksichtigt?
NEIN! Warum nicht?
❌ POTS – nicht als Kriterium, keine Subgruppenanalyse
❌ Small Fiber Neuropathie – nicht berücksichtigt, bzw nicht abgefragt
❌ Cranio-Cervikal-Instabilität – nicht erwähnt
❌ Fluoroquinolon Toxicity -Betroffene (FQAD) – nicht berücksichtigt, nicht abgefragt
❌ MCAS – keine Stratifizierung
❌ Reaktivierte Pathogene (viral, baktieriell usw) – keine Analyse
❌ EDS/hEDS/Marfan – nicht berücksichtigt
❌ Mitochondriale Kapazität/Schäden – nicht gemessen
❌ Mikrozirkulation & Endothelschäden – nicht vor/nach bestimmt
❌ Wurde Post Vac ausdrücklich abgefragt?
u.v.m
Fazit: Biologisch plausibel, aber klein, selektiv, nicht verallgemeinbar – wichtige Untergruppen unterrepräsentiert und vor allem nicht geprüft.
Kritisch: Trotz plausibler Autoantikörper-Hypothese blieb Nutzen unsicher – wegen kleiner Fallzahlen, fehlender Repräsentativität und mangelnder Subgruppenanalyse für POTS, SFN, CCI, MCAS, FQAD, PostVac, reaktivierte Pathogene und genetische Risiken/Prä-dispostionen.
Wir müssen endlich beginnen, gescheite Subgruppen zu finden/bilden, dafür muss aber das oben genannte bewusst ausgeschlossen oder bewusst miteingeschlossen werden, damit man man weiss, was die entsprechenden Probandengruppen alles sonst noch hatten, auch für zukünftige Studien.
Wir müssen endlich beginnen, gescheite Subgruppen zu bilden. Dafür müssen die oben genannten - oft verketteten - Krankheiten und Pathomechanismen bewusst ausgeschlossen oder bewusst miteingeschlossen werden – damit wir genau wissen, was die entsprechenden Probandengruppen eigentlich tatsächlich sonst noch hatten. Ohne diese Differenzierung bleiben ME/CFS-Studien bloße Spekulation. Leider. Denn ME/CFS kommt selten allein und hat sowohl infektiöse wie nicht infektiöse Auslöser!