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Liebe Grüne,
oder soll ich lieber sagen: liebe naive Milchmädchen?
Ich möchte es ja wirklich nicht sagen.
Aber dann kommt ihr wieder mit so einer Idee um die Ecke.
Herkunftssprachen sollen künftig leichter als zweite Fremdsprache anerkannt werden, damit Kinder mit Migrationsgeschichte beim Übergang in die Oberstufe weniger Hürden haben. Arabisch oder Ukrainisch sollen also unter bestimmten Voraussetzungen genauso als sprachliche Kompetenz zählen können wie andere Fremdsprachen.
Kann man machen.
Mehrsprachigkeit ist eine Fähigkeit.
Wer zwei oder drei Sprachen gut beherrscht, hat einen Vorteil.
Daran ist überhaupt nichts auszusetzen.
Aber jetzt kommt der Teil, den ihr bei solchen Debatten niemals vergessen dürft:
**Ein Land braucht eine gemeinsame Sprache.**
Das wusste die Menschheit schon in der Geschichte vom Turmbau zu Babel.
Ob man sie nun religiös liest oder nur als Metapher:
In dem Moment, in dem Menschen sich nicht mehr verstehen, zerfällt Zusammenarbeit.
So einfach ist das.
Deshalb kann Herkunftssprache ein Bonus sein.
Deutsch ist aber die Grundlage.
Wer dauerhaft in Deutschland lebt, muss Deutsch lernen.
Nicht ein bisschen.
Nicht nur so weit, dass es für den Einkauf reicht.
Sondern so, dass man mit Behörden sprechen, einen Arbeitsvertrag verstehen, eine Ausbildung machen, mit Lehrern reden und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann.
Das ist keine Schikane.
Das ist Integration.
Und ich kenne selbst Beispiele, bei denen genau das funktioniert hat. Ein Vater aus Palästina bestand darauf, dass seine Kinder vernünftig Deutsch lernen, das deutsche Bildungssystem verstehen und sich hier zurechtfinden. Er selbst lernte ebenfalls Deutsch. Genau dadurch entstanden Bildung, Arbeit und ein bescheidener Wohlstand.
Nicht dadurch, dass Deutschland ihm erklärt hätte:
**„Mach dir keinen Stress. Wir passen uns schon an.“**
Sondern dadurch, dass beide Seiten etwas geleistet haben.
Deutschland stellte Möglichkeiten bereit.
Er nutzte sie.
So funktioniert Integration.
Was mich deshalb an eurer Politik immer wieder nervt, ist dieses permanente Bemühen, jede Hürde dadurch zu beseitigen, dass man die Anforderungen verändert.
Vielleicht ist aber manchmal gerade die Anforderung sinnvoll.
Vielleicht ist es gar nicht diskriminierend, von jemandem zu verlangen, die Sprache des Landes zu lernen, in dem er lebt.
Vielleicht ist es sogar die Voraussetzung dafür, dass er überhaupt dieselben Chancen bekommt wie alle anderen.
Und noch etwas:
Deutsch ist keine Zumutung!
Deutsche Kultur ist keine Zumutung!
Da sind eher die Grünen ein komplette Zumutung für das Land!!
Die Erwartung, sich mit den Gepflogenheiten dieses Landes auseinanderzusetzen, ist ebenfalls keine Zumutung.
Wer hier dauerhaft leben möchte, bekommt Rechte.
Aber er übernimmt auch Verantwortung.
Dazu gehört, sich verständigen zu können.
Dazu gehört, die Rechtsordnung zu akzeptieren.
Dazu gehört, sich auf die Gesellschaft einzulassen, in der man lebt.
Mehrsprachigkeit?
Sehr gern.
Arabisch, Türkisch, Ukrainisch, Polnisch, Koreanisch – meinetwegen zehn Sprachen.
Je mehr, desto besser.
Aber davor steht:
**Deutsch.**
Denn Integration bedeutet nicht, dass Deutschland sich sprachlich in hundert Parallelräume zerlegt.
Integration bedeutet, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft eine gemeinsame Gesellschaft bilden.
Und dafür braucht man nun einmal etwas sehr Unmodernes:
**eine gemeinsame Sprache.**
Wer dazu grundsätzlich nicht bereit ist, obwohl er dauerhaft hier leben möchte, muss sich irgendwann die Frage gefallen lassen, ob Deutschland tatsächlich das richtige Land für ihn ist.
Das ist keine Ausgrenzung.
Das ist eine schlichte Erwartung an Zusammenleben.
**Mehrsprachigkeit ist ein Gewinn. Sprachliche Selbstaufgabe ist keiner – scheint aber inzwischen zum deutsch-grünen Reflex zu gehören.**