Einen Tag vor der Berliner Wahl rief ein Redner des „Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees“ (VPNK) auf einer linksislamistischen Demonstration in Berlin zur Wahl der Linken auf. Unter der Dachbezeichnung VPNK arbeiten laut Berliner Verfassungsschutz Anhänger von Hamas und PFLP eng zusammen.
Auf derselben Demonstration wurde Ruhollah Chomeini gehuldigt, dem Gründer der Islamischen Republik Iran, dessen Ideologie den staatlichen Antisemitismus des Regimes wesentlich prägte.
Auch in den Redebeiträgen trat Antisemitismus offen hervor: Jüdinnen und Juden wurden aufgefordert, nach Deutschland „zurückzukehren“. Darin zeigt sich das antisemitische Siedlernarrativ, nach dem jüdisches Leben und jüdische Selbstbestimmung in Israel grundsätzlich illegitim seien – ausgesprochen in dem Land, aus dem Jüdinnen und Juden einst vor Verfolgung und Vernichtung fliehen mussten.
Eine weitere Rednerin beanspruchte Jerusalem ausschließlich als palästinensische Stadt und blendete damit die jüdische Geschichte und Gegenwart der Stadt aus. Auf Plakaten wurde Benjamin Netanjahu als Teufel und als Vampir dargestellt. Solche Dämonisierungs- und Blutbilder greifen in diesem Kontext auf tradierte Motive antisemitischer Bildsprache zurück.
Unter den Teilnehmenden befand sich auch Ibrahim Ibrahim, ein bekannter Aktivist aus diesem politischen Umfeld. Am folgenden Abend war er auf der öffentlichen Wahlparty der Linken in Neukölln zu sehen und posierte dort auf Fotos mit Abgeordneten der Partei.
Am Sonntag, dem Tag der Berliner Wahl, demonstrierte außerdem die schiitisch-islamistische Organisation Hayat. Auch dort wurde Chomeini gehuldigt und der frühere Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah glorifiziert. Einzelne Teilnehmende dokumentierten wir an beiden Tagen.