"Nicht nur Staaten, autoritäre Parteien und religiöse Gruppen versuchen also, Forschungsergebnisse zu unterdrücken, die ihre Ideologie infrage stellen. Mehrere Studien legen inzwischen nahe, dass es gerade Wissenschaftler selbst sind, die verhindern, dass bestimmte Fakten publiziert werden, manchmal mit guten Absichten, etwa weil sie glauben, dadurch Minderheiten zu schützen.
Doch ein nicht unerheblicher Anteil findet es auch gerechtfertigt, wenn Kollegen für kontroverse Thesen von ihrem Arbeitgeber und der Öffentlichkeit unter Druck gesetzte werden. Und viele Wissenschaftler gaben an, die Fakten zu unterdrücken, wenn es ein moralisches Anliegen gefährden könnte, das ihnen am Herzen liegt; oder dass sie sich selbst zensieren, weil sie Angst vor sozialem Ausschluss und vor Angriffen auf den sozialen Medien haben…
Wertfreie Wissenschaft hat den positiven Nebeneffekt, dass man die Ergebnisse tatsächlich nutzen kann, um gesellschaftliche Missstände effektiv zu bekämpfen. Ist Aktivismus allerdings schon in die Forschung eingeschrieben, endet das Projekt fast immer in einem Moralspektakel."