Neuen Aktenfunden der Berliner Staatsanwaltschaft zufolge bestehen zwischen dem Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak und dem Remmo-Clan doch tiefere Verflechtungen als bisher bekannt. Demnach lebten seine Tante und mehrere Cousins, in einer Immobilie in der Neuköllner Wildenbruchstraße, die dem Umfeld der arabischen Großfamilie zugerechnet und bereits 2018 von den Behörden beschlagnahmt wurde. Zudem betrieben Angehörige von Koçak in demselben Gebäude Gewerbe wie einen Spätkauf und einen Burgerladen.
Dass Koçaks Familie in dieser Immobilie ansässig war, ist in Grundzügen schon länger öffentlich, da die Geschäfte Ende 2019 nach rechtsextremen Schmierereien im medialen Fokus standen. Damals bestätigte der Politiker selbst, dass die betroffenen Lokale und das Wohnhaus seinen Verwandten gehören, während der RBB wenig später die Zuordnung des Objekts zum beschlagnahmten Clan-Vermögen offenlegte. Der neue Akteneinblick unterstreicht jedoch die räumliche und geschäftliche Nähe von Koçaks Umfeld zum Remmo-Komplex.
Die Veröffentlichungen bringen den Bundestagsabgeordneten zusätzlich unter Druck, nachdem vor Kurzem vertrauliche, freundschaftliche Chatverläufe zwischen ihm und Firas Remmo, dem Sohn des Clan-Chefs, öffentlich gemacht wurden. Infolge der anhaltenden Debatte um seine Kontakte und die geforderte Distanzierung zog Koçak inzwischen Konsequenzen und gab seinen Sitz im Innenausschuss des Bundestages ab. Auf seine monatlichen Einnahmen von knapp 17.500 Euro monatlich verzichtet er natürlich nicht.
Ferat Koçak, der monatlich mit rund 17.500 Euro an Steuergeldern finanziert wird, hat sich in ein Geflecht aus Ausreden und direkten Verbindungen zur organisierten Kriminalität verstrickt. Dass ein hochbezahlter Volksvertreter eine Sachspende in Form eines Smartphones vom Sohn des bekannten Clan-Chefs Issa Remmo annimmt – angeblich für Antifa-Jugendliche, deren Handys von der Polizei beschlagnahmt wurden –, haha, genau, grenzt an eine Parodie. Seine Behauptung, er habe trotz seiner Funktion als Innenpolitiker initial nicht gewusst, mit wem er da chattet, entlarvt entweder eine schockierende Unfähigkeit oder dreiste Schutzbehauptungen.
Noch skandalöser wird es beim Blick auf den Ablauf: Selbst als Koçak nach eigener Aussage im Büro der Familie Remmo begriff, wer vor ihm stand, brach er den Kontakt nicht etwa ab. Nein. Er nahm das Handy trotzdem mit und meldete sich zwei Wochen später von sich aus wieder bei Firas Remmo. Um die Dreistigkeit komplett zu machen, bat er den Clan-Sohn darum, eine Bundestagsrede zu verbreiten, in der Koçak den Begriff „Clankriminalität“ als bloßen politischen Kampfbegriff verharmlost.
Wer so unverhohlen die Nähe zu kriminellen Strukturen sucht und sich im gleichen Atemzug von Steuerzahlern aushalten lässt, hat jegliche politische Glaubwürdigkeit verspielt! Die späte Reue und das Ausreden-Gerüst von einer angeblich „überfordernden Situation“ wirken vor diesem Hintergrund nur noch lächerlich.
Ein Bundestagsabgeordneter, der sprachnachrichtlich Herzchen-Grüße an das Clan-Milieu verschickt („Ich küsse Dein Herz, Bruder“) und Politik lieber „für die Straße“ als für das Parlament machen will, ist für ein Verfassungsorgan schlicht untragbar! Wenn ein Parlamentarier derart offen mit Vertretern der organisierten Kriminalität klüngelt, darf er nicht länger aus Steuermitteln bezahlt werden und gehört unverzüglich von allen politischen Posten entbunden!