Liebe GKV-Patienten, ich möchte Ihnen das
#BstabG erklären. Es heisst: An Ihrer ambulanten medizinischen Versorgung wird gespart. Und zwar massiv!
97 % aller Behandlungsfälle werden ambulant versorgt, in Haus- und Facharztpraxen sowie Psychotherapiepraxen. Dafür werden nur 16 % der GKV-Leistungsausgaben aufgewendet.
Und hier sollen 2027 rund 3 Milliarden Euro eingespart werden.
Was bedeutet das konkret beim Hausarzt?
Schon heute wird nicht alles bezahlt, was wir leisten. In meiner Praxis wurden Leistungen teilweise nur zu 71 % vergütet.
100 % Medizin gemacht.
100 % Personal, Miete und Material bezahlt aber nur 71 % Honorar bekommen.
Und nun wird erneut gedeckelt.
Beispiel Gesundheits-Check-up:
Ab 35 ohnehin nur alle drei Jahre, im Labor Blutzucker und Blutfette. Kein Luxus, sondern ein Minimum an Prävention.
Bisher extrabudgetär vergütet, ab 2027 fällt auch diese Leistung unter die Begrenzung. Ist das Budget ausgeschöpft, bedeutet zusätzliche Vorsorge: Arbeit und Kosten bleiben bei der Praxis!
Beispiel dringender Facharzttermin:
Heute telefonieren wir, erklären, schicken Befunde, organisieren über den Hausarztvermittlungsfall einen kurzfristigen Termin.
Ab 2027 fällt die Vergütung dafür weg.
Natürlich könnten wir trotzdem weiter telefonieren.
Aber wer soll diese Arbeit bezahlen?
Und Sie sind akut krank und möchten noch heute kommen?
Auch eine Hausarztpraxis kann nicht unbegrenzt zusätzliche Patienten behandeln, wenn dies nicht bezahlt wird.
Bei einem Kassensitz müssen wir 25 Sprechstunden pro Woche anbieten. Viele von uns arbeiten weit mehr, schieben Patienten dazwischen, bleiben länger und telefonieren nach Feierabend.
Das System hat sich jahrelang darauf verlassen, dass Ärzte sagen: Da sitzt ein kranker Mensch, ich kümmere mich.
Aber irgendwann funktioniert das wirtschaftlich nicht mehr.
Für meine Praxis stehen bis zu 100.000 € weniger Jahresumsatz im Raum, während Gehälter, Miete, IT, Versicherungen und Material weiter steigen.
Was werde ich also tun müssen?
Wirtschaftlich arbeiten.
Nicht mehr jeden Facharzttermin persönlich organisieren.
Nicht selbstverständlich weit über die vorgeschriebenen Sprechstunden hinaus arbeiten.
Nicht mehr bezahlte Leistungen reduzieren oder als private Zusatzleistung anbieten.
Nicht weil wir unsere Patienten nicht behandeln wollen, sondern weil auch eine Arztpraxis ihre Mitarbeiter bezahlen muss.
Und das Absurde?
97 % der Behandlungsfälle werden ambulant versorgt für nur 16 % der GKV-Kosten.
Und genau dort wird weiter gespart!
Was hätte man stattdessen tun können?
Versicherungsfremde Leistungen aus Steuern finanzieren, Bürokratie und Doppelstrukturen abbauen, Verwaltung effizienter machen, Digitalisierung schaffen, die Arbeit spart statt erzeugt.
Und vor allem die ambulante Medizin stärken!
Denn jeder Patient, den wir ambulant behandeln, muss nicht für ein Vielfaches der Kosten ins Krankenhaus!
Stattdessen: Deckel drauf.
Nur werden die Patienten und ihre Krankheiten nicht weniger.
Wenn Ihre Hausarztpraxis Ihnen 2027 also sagt:
Kein kurzfristiger Termin mehr, Wir nehmen keine neuen Patienten auf, Bitte organisieren Sie Ihren Facharzttermin selbst.
Denken Sie bitte nicht:
Die Ärzte wollen nicht mehr arbeiten. Viele von uns haben jahrelang weit mehr gearbeitet, als bezahlt wurde.
Das
#BStabG spart nicht an den Ärzten, es spart an Ihrer Versorgung!
An Ihren Terminen.
An Ihrer Vorsorge.
An der Zeit, die wir für Sie haben.
Meine Bitte: Werden Sie laut.
Schreiben Sie Ihren Bundestagsabgeordneten. Fragen Sie Ihre Krankenkasse. Sprechen Sie darüber. Teilen Sie diese Information.
Denn wenn wir erst darüber reden, wenn Sie keinen Hausarzttermin mehr bekommen, ist es zu spät.
#Hausarzt #GKV #BstabG