Petra Pau ist eine der sehr wenigen, die es publik geschafft hat sich mit der Vergangenheit ihrer Partei kritisch auseinanderzusetzen und sich dem lauernden sozial irgendwie akzeptierten Antisemitismus in ihrer politischen Richtung immer wieder laut entgegenzustellen.
Das ist einer der wenigen Gründe warum ich Sie - bei aller inhaltlichen Ablehnung in den meisten politischen Fragen - z.B. als BT-Präsidentin niemals problematisch fand. Ich glaube es würden auch alle so sehen, die da über viele Jahre mit ihr gearbeitet haben.
Sie ist eine der ganz ganz Wenigen, die aus einer SED versucht haben eine "normale" Linke Partei zu machen. Normal nicht im Sinne von unter den Teppich kehren, sondern normal im Sinne von "im politischen Spektrum akzeptabel" nach vernünftiger Aufarbeitung.
Wäre ich sie, wäre ich jetzt auch erbost zu sehen, wo ihre Partei - und ihr Landesverband - so hinlaufen.
Ähnliche Gefühle - aus anderen Gründen - dürfte wohl so nur noch Franziska Giffey mit der SPD verspüren.
Ich habe Frau Pau vor Jahren bei der Abschlussfeier des Jüdischen Gymnasiums in Berlin getroffen. Sie ist eine der wenigen in der Linkspartei, die sich konsequent für jüdisches Leben in Berlin einsetzt.