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#MarcRaschke:
Ich war fassungslos und entsetzt, was dieser Jörg Thadeusz da zur besten Sendezeit in der ARD sagen durfte. Es war ein Tabubruch im deutschen Fernsehen, denn zur besten Sendezeit durfte er den
#Holocaust relativieren. Empfahl er doch SPD und Grünen, künftig dem Gedenken zur Befreiung des KZ Auschwitz um Bundestag fern zu bleiben - man plane ja schließlich Koalitionsgespräche mit den Linken.
Hat Thadeusz also wirklich den Holocaust mit Bündnisgesprächen einer Partei verglichen, die sich zum
#Grundgesetz bekennt, Antisemitismus-Bekenntnisse auf allen Ebenen der Partei hat - und lediglich etwas kritisiert, wozu es selbst u.a. einen offiziellen UN-Kommissionsbericht gibt? Nämlich dass Israel im Gaza einen Genozid durchführt.
Thadeusz steht dabei stellvertretend für die Kernschmelze deutscher „Möchte-gern-Intellektueller“, die sich der Antisemitismus-Debatte nur dann bedienen, wenn es ihnen in ihre Agenda passt. Oder haben wir von diesen Gestalten etwas dazu gehört, als
#Merz jüngst Jüdinnen und Juden als „Ausländer“ diffamiert hatte (und damit viele Menschen dieser Religion gegen sich aufgebracht); als er nämlich sagte, Antisemitismus sei die perfideste Form der
#Ausländerfeindlichkeit. Oder wo waren diese „Kommentatoren“, als
#Söder wochenlang mit einem Antisemitismusfall in einer bayrischen Regierung herumeiert und diesen dann ungeklärt einfach vom Tisch wischte (Aiwanger: „Mein Bruder war es“).
Und schauen wir auf Berlin: Der ehemalige CDU-Finanzsenator Peter Kurth spendete 120.000 Euro an die „Identitäre Bewegung“, die nachweislich u.a. antisemitische Pläne hat. Und die CDU Steglitz-Zehlendorf wollte 2025 eine Straße („Treitschkestraße“), die nach einem Antisemiten benannt ist, nicht umbenennen. Antisemitismus juckt die
#CDU Berlin sowie die Rechten allgemein offenbar nur, wenn er von den „Richtigen“ kommt.
Wohltuend da die Einschätzung einer echten Expertin, nämlich der Historikerin Stefanie Schüler-Springorum. Die Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität
#Berlin hält laut Tagesspiegel die heftige Debatte über Antisemitismus in der Linkspartei für überzogen. Antisemitismus gebe es in allen Parteien. Die Linke habe sich als
#Partei in der jüngeren Vergangenheit immer wieder klar gegen Antisemitismus positioniert, und zwar auf Landes- wie auf Bundesebene. Auch habe die Berliner Spitzenkandidatin Elif Eralp im Mai ein überzeugendes Fünf-Punkte-Programm gegen Antisemitismus vorgelegt.
Sie sagt klar, dass der Vorwurf des Antisemitismus geschehe, um die Regierungsbildung in Berlin zu beeinflussen, und warnt zugleich vor dieser Instrumentalisierung. - Halten wir fest: Rechtsdeutschland dreht durch, weil es seine Felle wegschwimmen sieht. Und wenn wir dem Leitsatz folgen „Getroffene Hunde bellen“, dann ist doch alles richtig passiert in Berlin: Die Berliner:innen wollten einen
#Politikwechsel; und die Partei der Vergangenheit (CDU) bellt jetzt halt sehr.