Der russische Miblogger "Streitkräftegruppe West" gibt die Nutzung von ukrainischen Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu und sagt, auch eigene Soldaten seien als Zivilisten verkleidet aus Kupyansk evakuiert worden.
Er bestätigt damit die jüngst geäußerten ukrainischen Vorwürfe.
"Ja, seit Ende September und bis jetzt wurden unter dem Vorwand der Evakuierung von Zivilisten auch unsere Soldaten, verkleidet als Zivilisten, herausgebracht. Diese Operation, die aus militärischer Sicht fragwürdig ist, wird derzeit dem Kommandeur des 121. Regiments, Ruslan Chalilow, zugeschrieben, aber ich versichere Ihnen, dass dies nicht seine Idee war. So funktioniert es einfach in der Armee.
Die Soldaten, nachdem sie die Erlaubnis erhalten hatten, suchten selbst nach Zivilisten, um eine Gruppe zu bilden und den Konvoi zu tarnen. Manchmal wurden sie dazu überredet und dann wurden unsere "Dreihundert" zusammen mit ihnen evakuiert."
Soldaten als Zivilisten verkleidet zu evakuieren ist eine Kriegsliste und damit legitim, solange durch das Verkleiden keine Ukrainer mit der Absicht von Tötung, Verwundung oder Gefangennahme konfrontiert werden. Perfidie ist es also in diesem Fall nicht.
Zivilisten als Schutzschild mitzunehmen verstößt allerdings gegen Art. 51 Abs. 7 Zusatzprotokoll I der Genfer Konvetionen:
"7. Die Anwesenheit oder die Bewegungen der Zivilbevölkerung oder einzelner Zivilisten dürfen nicht dazu genutzt werden, bestimmte Punkte oder Gebiete vor militärischen Operationen zu schützen, insbesondere nicht, um militärische Ziele vor Angriffen zu schützen oder um militärische Operationen zu schützen, zu begünstigen oder zu behindern. Die Konfliktparteien dürfen die Bewegungen der Zivilbevölkerung oder einzelner Zivilisten nicht lenken, um zu versuchen, militärische Ziele vor Angriffen zu schützen oder militärische Operationen zu schützen."