Vorläufige Notizen zur Wahl in Sachsen-Anhalt.
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Die Situation ist eingetreten, die absehbar war und auf die niemand vorbereitet ist: Die demokratischen Parteien können nicht mit der AfD regieren (wegen ihres Programms und Personals) und nicht gegen sie: die CDU wurde krachend abgewählt, es gibt keine politisch handlungsfähige Mehrheit jenseits der AfD. Dass ausgerechnet die Querfront-Partei BSW das Zünglein an der Waage ist, macht die Lage noch übler.
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Wahlentscheidende Themen waren neben dem überkochenden Frust über die Bundespolitik 1) Wirtschaft, 2) Bildung, 3) Migration und 4) soziale Sicherheit. In dieser Reihenfolge. Wenn die SPD jetzt die Sozialreformen infrage stellt, die wieder Spielraum für Investitionen und wirtschaftliches Wachstum schaffen und damit die Finanzierbarkeit des Sozialstaats sichern sollen, spielt sie mit dem Feuer. Aus Angst vor der AfD und den anderen Sozial-Populisten bitter notwendige Strukturreformen auf die lange Bank zu schieben, wird die Extreme noch weiter stärken.
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Sachsen-Anhalt ist ein Land mit massiven demographischen und sozio-ökonomischen Problemen. Der AfD ist es gelungen, Hoffnungen auf Veränderungen zum Besseren auf sich zu ziehen: "Alles ist möglich" als zentraler Slogan. Mit einem bloßen Anti-AfD-Wahlkampf und der Verteidigung des Status quo ist dagegen kein Kraut gewachsen. Wer besetzt die Zukunft? Das ist die Gretchenfrage.
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Nein, die AfD ist kein "Ostproblem". Aber es gibt spezifische Faktoren, die sie in Ostdeutschland besonders stark machen. Dazu gehört das Spiel mit der "ostdeutschen Identität" (das jahrzehntelang von der Linken betrieben wurde) ebenso wie das Fremdeln mit den "postmateriellen" Veränderungen von Politik und Gesellschaft (Einwanderung, Gender, Ökologie, Primat von Minderheitsthemen). Das alles gibt es auch im Westen, ist aber im Osten noch stärker ausgeprägt.
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Weder muss man die Wähler der AfD allesamt als Demokraten adeln, noch sollte man sie pauschal als Antidemokraten, Faschisten etc verdammen. Wir müssen damit umgehen, dass es unterschiedliche Demokratie- und Gesellschaftsvorstellungen gibt. Die Grenze muss da gezogen werden, wo die Grundpfeiler der Demokratie angegriffen werden und Gewalt legitimiert wird.
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Der heimliche Gewinner dieser Wahl war Putin. Aber auch hier gilt: Opportunistische Anpassung ist genau die falsche Reaktion. Union, SPD und Grüne müssen offensiv für ihre Europa- und Sicherheitspolitik eintreten, insbesondere für die Unterstützung der Ukraine als eine Frage unserer nationalen Interessen.
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Oh je, FDP!
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