Was hat der 11. September 2001 mit Donald Trump, dem Aufstieg Chinas und der heutigen Welt(un)ordnung zu tun? Mein erstes großes Interview zum 9/11-Jahrestag schon heute in der @kleinezeitung 🧵👇 1/

Sep 10, 2026 · 5:11 AM UTC

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9/11 war das Ende des liberalen Optimismus. Nach dem Kalten Krieg glaubte der Westen, Demokratie, Menschenrechte und Marktwirtschaft würden sich früher oder später überall durchsetzen. Am 11. September zerbrach diese Gewissheit. 2/
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Der Westen reagierte mit dem „Krieg gegen den Terror“ – und überschätzte sich maßlos. Die USA unter Präsident Bush glaubten, die Welt nach ihren Vorstellungen neu ordnen zu können. Der folgenschwerste Fehler war die Invasion des Irak 2003. 3/
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Der Irakkrieg band die USA für zwei Jahrzehnte an den Nahen Osten. Zeit, Geld und politisches Kapital flossen in nicht gewinnbare Kriege, während sich anderswo die Weltordnung veränderte. Vor allem China nutzte diese Zeit für seinen Aufstieg. 4/
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Auch Amerika selbst veränderte sich. Aus den Erfahrungen von Irak und Afghanistan entstand ein neuer Isolationismus: Warum überall intervenieren, wenn die Ergebnisse so verheerend sind? Diese Stimmung bereitete den Boden für Trump und Vance. 5/
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Aspekte des „Kriegs gegen den Terror“ waren jedoch notwendig. Al-Qaidas internationale Netzwerke wurden weitgehend zerschlagen, Sicherheitsbehörden ausgebaut und der Informationsaustausch verbessert. Ein zweites 9/11 wurde dadurch erheblich schwieriger. 6/
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Der Terrorismus verschwand nicht, sondern veränderte sich. Statt großer Netzwerke sehen wir heute häufiger Einzeltäter und Kleingruppen, die sich online radikalisieren. Terror ist dadurch „kleiner" und „einfacher" geworden – aber nicht ungefährlicher. 7/
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Auch innenpolitisch wirkt 9/11 bis heute nach. „Terrorismus“ ist in den USA nach wie vor ein enorm mobilisierender Begriff. Trump versucht aktuell, die Logik des „War on Terror“ auf neue Gegner zu übertragen – von Drogenkartellen bis hin zur Antifa. 8/
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Das ist brisant: Denn das Instrumentarium des „War on Terror“ existiert weiter – von Geheimdienstbefugnissen über Spezialkräfte bis hin zu Drohnen. Wer seine Gegner zu „Terroristen“ erklärt, erschließt sich damit ein mächtiges Arsenal. 9/
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Der lange Schatten von 9/11 reicht damit weit über den Terrorismus hinaus. Er beendete den liberalen Optimismus, band Amerika in nicht gewinnbaren Kriegen – und ebnete so China und Trump den Weg. Seine Folgen prägen uns bis heute. 10/
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Habe nur den Teil :Wirkt all das bis heute nach? gelesen und mich dann gefragt warum sie als "Politologe" bezeichnet werden....Schwurbler würde besser passen.
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Dann aber Dr. Schwurbler bitte! ;)
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Wenn Sie das alles seinerzeit ab 2001 so vertreten hätten, wären Sie garantiert kein Fernseh-Experte geworden. „Terroristenversteher“, usw…
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