Restles Reaktion erinnert mich zunehmend an die Möllemann-Debatte. Nicht weil beide Fälle identisch wären, sondern wegen eines ähnlichen argumentativen Musters: Erst wird eine weitreichende und unbelegte Behauptung mit Israelbezug in die Öffentlichkeit getragen. Wird daran ein antisemitisches Verschwörungsmuster kritisiert, folgt nicht nur die Verteidigung „Das war nicht meine Meinung“, sondern plötzlich sollen diejenigen, die genau dieses Muster benennen, selbst „mit Antisemitismus zündeln“. Damit wird der Vorwurf praktisch umgedreht.
Dabei wäre die eigentliche Frage sehr einfach: Welche belastbaren Belege gibt es dafür, Israel als verdeckten Akteur hinter den Ereignissen von Ceuta darzustellen? Wenn es diese Belege nicht gibt, ist der Hinweis auf antisemitische Verschwörungsmuster keine Gleichsetzung von Israelkritik mit Antisemitismus, sondern Kritik an einer ganz konkreten unbelegten Behauptung.