und ich frage mich seit Jahren, warum die Industrie ihrem eigenen Verfall zuschaut ohne Faust auf dem Tisch….
Die Dame auf dem Foto, die hier – von der WELT geframt als „Industrie“ – behauptet, die AfD sei „keine Wirtschaftspartei“, ist Tanja Gönner, seit 2022 Hauptgeschäftsführerin des „Bundesverbandes der Deutschen Industrie“.
Ist Frau Gönner also eine Industrielle? Oder wenigstens Unternehmerin? Oder zumindest eine Ökonomin mit der Basiskompetenz zur fundierten Einordnung des Wirtschaftsprogramms einer Partei?
Festhalten, Überraschung: Nein! Sie ist nichts von alldem!
Was ist sie denn dann?
Festhalten, Überraschung: Sie ist seit fast 40 Jahren CDU-Politikerin!
Die etablierten Medien kapieren einfach nicht, dass es heute so einfach ist wie noch nie, jeden Propaganda- und Lügenmüll mit drei Mausklicks zu entlarven, wenn man ihn einfach nur kurz hinterfragt oder gegencheckt. Und hier braucht man noch nicht mal eine lange Recherche oder gar KI-Unterstützung – nein, wie bereits vor 20 Jahren reicht ein Blick auf Wikipedia:
„Als Politikerin der CDU war sie von 2002 bis zu ihrem Ausscheiden am 13. Juli 2004 Mitglied des Deutschen Bundestages, von 2004 bis 2005 Sozialministerin und von 2005 bis 2011 Umweltministerin sowie von 2010 bis 2011 zusätzlich Verkehrsministerin des Landes Baden-Württemberg. Von 2012 bis 2022 war sie Vorstandssprecherin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit.“
Die Frau hat also keinen Tag ihres Lebens in der Privatwirtschaft gearbeitet, sondern direkt nach Abschluss ihres Jurastudiums Parteikarriere in der CDU gemacht. Auch diese „Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH“ klingt zwar nach Firma, ist aber ein reiner Staatsbetrieb, organsiert als eine GmbH, deren alleinige Gesellschafterin die Bundesrepublik Deutschland ist. Und was machen die so? Nun, die sind in knapp 120 Ländern aktiv mit über 1.600 umgesetzten Projekten für Wirtschaftsförderung, Klima- und Umweltschutz, Frieden und Sicherheit, Demokratie, digitale Transformation sowie soziale Entwicklung. Kurzfassung: Sie verschleudern deutsche Steuergelder (jährlich fast 4 Milliarden Euro) im Rest der Welt.
Halten wir fest: Frau Gönner hat also bis 2022 ausschließlich für den Staat „gearbeitet“.
Dann ist sie nahtlos gewechselt zu einer Lobby-Organisation namens „Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI)“, in der nicht etwa Unternehmen oder gar Unternehmer Mitglieder sind, sondern die nur ein Dachverband ist für andere, branchenbezogene Industrieverbände, von denen ein gehöriger Teil direkt vom Staat abhängig ist (z.B. Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie e. V. / Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft e. V. / Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e. V.) und der Großteil vom Rest mehr oder weniger indirekt.
Der BDI umfasst 18 Fachabteilungen, von denen allein 10 bereits am Namen erkennbar politisch orientiert sind, wohingegen die wenigsten nach Marktwirtschaft klingen.
Hier spricht also eine Vollblut-CDU-Politikerin, die bis vor vier Jahren im Staatsdienst war und seitdem eine Art Edelpuff betreibt, in dem Staat und Teile der Wirtschaft regelmäßig miteinander ins Bett steigen.
Die WELT-Überschrift hingegen, einzig und allein bestehend aus der Behauptung, „die Industrie“ „warne“ vor einer AfD-Regierung, weil diese „keine Wirtschaftspartei“ sei, will uns jedoch suggerieren, da hätten sich just die bedeutendsten, namhaftesten, kompetentesten, erfolgreichsten und wichtigsten Industrie-Kapitäne des Landes zusammengefunden und wären – nachdem sie das AfD-Programm unter ökonomischen Aspekten eingehend analysiert hatten – übereinstimmend zu der fundierten Erkenntnis gelangt, vor einer AfD-Regierung warnen zu müssen, weil sie deren wirtschaftspolitische Ansätze offensichtlich als noch verheerender einstufen als jene der Grünen oder gar der SED – denn vor denen hatten sie bisher noch nie gewarnt.
Das ist es, was der Leser glaubt, wenn er die Überschrift liest. (Achtung, Spoiler: Es bleibt auch dabei, wenn man zwei weitere Minuten kostbare Lebenszeit für das Lesen des gesamten Artikels verschwendet!)
Und nein, hier hat man sich bei der WELT nicht versehentlich etwas ungeschickt ausgedrückt – da sind Profis am Werk, die wissen genau, was sie tun (oder tun sollen). Und was immer das auch sein mag – mit Journalismus hat es rein gar nichts zu tun!
Vor allem nicht mit seriösem – da müsste die korrekte Überschrift nämlich lauten: „Altgediente CDU-Politikerin ohne erkennbare ökonomische Expertise missbraucht ihre Position als Ober-Lobbyistin eines staatsnahen Dachverbands industrieller Dachverbände, um unter Vortäuschung einer Legitimation gegen die größte Konkurrenz ihrer Partei zu wettern“
Das alles rauszufinden hat exakt zwei Minuten gedauert – also genauso lang wie das Lesen dieses wirklich schlechten Artikels. Das wäre dann ECHTER Journalismus!
P.S.: Um fair zu bleiben: Frau Gönner hat der „Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ)“ ein recht langes Interview gegeben, worin die paar Sätze über die AfD eigentlich nur eine Randnotiz waren, die jedoch als Aufmacher für einen eigenen Artikel verwurstet wurden, in dem so ziemlich dasselbe steht wie in der WELT. Doch immerhin findet sich im Artikel der NOZ noch der Link zum gesamten Interview, worin Frau Gönner so einiges sagt, was gar nicht mal dumm oder falsch ist.
Und ja, ich stimme ihr sogar zu, dass die AfD – zumindest in weiten Teilen – keine Wirtschaftspartei ist. Aber das ist nur ein kleiner Teil der Wahrheit.
Die ganze Wahrheit lautet: Die AfD ist zwar keine echte Wirtschaftspartei, aber alle anderen sind es noch viel weniger bis gar nicht!