KEINE SPONTANE ENTSCHEIDUNG: DER HAMAS-FREUND PLAUDERT AUS, UND DIE LINKE STEHT NACKT DA
Zufall. Öffentliche Veranstaltung. Keine Einlasskontrollen. Hunderte Fotos mit hunderten Menschen. So klang die Linke, als nach ihrem Berliner Wahlsieg die Bilder vom Sonntagabend die Runde machten. Da stand Ferat Koçak, Bundestagsabgeordneter aus Neukölln, lächelnd neben Ibrahim Ibrahim, dem Mann vom Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitee. Ein Schnappschuss unter vielen, hieß es. Man distanziere sich ausdrücklich von terrorverherrlichenden Aussagen jeglicher Art. Thema erledigt.
Jetzt hat Ibrahim selbst das Wort ergriffen. Und er macht die ganze schöne Zufallserzählung mit einem einzigen Satz kaputt: Er sei stolz darauf, dass man bereits im vergangenen Jahr eine klare Entscheidung getroffen habe, Die Linke zu unterstützen. Das sei keine spontane Entscheidung gewesen, sondern das Ergebnis von Gesprächen und einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit politischen Positionen. Man habe die Botschaft gezielt an die palästinensische und arabische Gemeinschaft getragen, im direkten Austausch, mit Aufrufen zur Beteiligung. Wichtig sei vor allem gewesen, die Stimmen nicht zu zersplittern.
Man lasse sich das auf der Zunge zergehen. Stimmen nicht zersplittern. Das ist keine Sympathiebekundung eines zufälligen Partygastes. Das ist die Sprache eines Wahlkampfmanagers, der Stimmblöcke organisiert und nach getaner Arbeit seinen Anteil am Erfolg einfordert.
Und wer ist dieser Mann? Das Nationalkomitee, das er vertritt, wird vom Berliner Verfassungsschutz beobachtet. Der Senat hat im August 2025 schwarz auf weiß bestätigt, dass unter diesem Dach seit dem 7. Oktober 2023 Anhänger der Hamas und der PFLP zusammenarbeiten und zu Kundgebungen mobilisieren. Der Berliner Verfassungsschutz führt den Verband als Organisation der Hamas in Deutschland. Die PFLP steht seit 2002 auf der Terrorliste der EU. Ibrahim selbst soll den Hamas-Chef Jahja Sinwar, den Architekten des Massakers vom 7. Oktober, als standhaften Führer und Märtyrerhelden gepriesen haben. Das ist der Mann, der jetzt stolz verkündet, der Linken zum Sieg verholfen zu haben.
Im vergangenen Jahr also. Welches Jahr war das noch gleich? Richtig, 2025. Das Jahr, in dem die Linke in Neukölln im August ein sogenanntes Soli-Kiez-Event mit genau diesem Nationalkomitee durchziehen wollte. Als in Neukölln die Räume gekündigt wurden, zog man eben nach Kreuzberg an das Paul-Lincke-Ufer. Der Senat nannte die AG Palästina-Soli des Neuköllner Bezirksverbands als eine der mutmaßlichen Veranstalter. Der Antisemitismusbeauftragte des Bundes nannte das Ganze skandalös. Die Neuköllner Genossen zogen es trotzdem durch. Und jetzt, ein Jahr später, soll man ernsthaft glauben, die Genossen kennten den Herrn Ibrahim nur flüchtig vom Selfie?
Das ist keine Ausrede mehr. Das ist eine Beleidigung der Intelligenz jedes Berliners.
Denn die Frage stellt sich nun mit brutaler Klarheit: Mit wem hat Ibrahim diese Gespräche geführt? Wer saß auf der anderen Seite des Tisches, als ein vom Verfassungsschutz beobachtetes Netzwerk beschloss, die arabische Community geschlossen hinter die Linke zu bringen? Welche Zusagen gab es? Welche Themen? Ibrahim nennt sie selbst: soziale Gerechtigkeit, Rechte und Freiheiten und die palästinensische Frage. Die palästinensische Frage, formuliert von einem Mann, dessen Umfeld diese Frage seit Jahrzehnten mit Sprengstoff beantwortet.
Die Linke schuldet darauf eine Antwort. Nicht Koçak mit einem Instagram-Statement, nicht eine Pressesprecherin mit dem Hinweis auf fehlende Einlasskontrollen. Elif Eralp schuldet sie, die Frau, die demnächst im Roten Rathaus sitzen will. Ines Schwerdtner schuldet sie, die Koçaks Distanzierung eben noch als wichtiges Zeichen gefeiert hat. Wer hat mit dem Nationalkomitee gesprochen, wann und worüber?
Und die Grünen? Die SPD? Sie sitzen längst in den Startlöchern für die Sondierungen. Sie verlangen Bekenntnisse, Unterschriften, Klarheit. Hier ist die Klarheit. Sie kommt von Ibrahim persönlich, schriftlich und voller Stolz. Ein Hamas-naher Funktionär erklärt, er habe seit einem Jahr gezielt für diese Partei mobilisiert. Wer nach diesem Schreiben noch einen Koalitionsvertrag mit der Linken unterzeichnet, ohne dass jedes einzelne dieser Gespräche offengelegt wurde, der macht sich zum Komplizen.
Man stelle sich vor, ein vom Verfassungsschutz beobachteter rechtsextremer Verband hätte ein Jahr lang für die AfD Stimmen gebündelt und sich anschließend öffentlich für den gemeinsamen Erfolg bedankt. Der Verbotsantrag läge auf dem Tisch, bevor die Tinte trocken ist. Bei der Linken reicht ein Achselzucken und ein Parteitag, auf dem man sich am Freitag selbst eine saubere Weste bescheinigt.
Berlin hat gewählt. Jetzt weiß man, wer mitgewählt hat.
apollo-news.net/keine-sponta…