Heute eröffnet Deutschlands erste Islamisch-Theologische Fakultät in Münster. Über Berufungen entscheidet Islamratschef Burhan Kesici mit, für den Homosexualität »abnormal« ist, ein »theologischer Fachbegriff«. Von der Universität Münster und ihren Islamtheologen und ‑pädagogen ist bis heute keine öffentliche Reaktion bekannt. Die Landesregierung NRW schaut weg und zahlt.
👉 Herr Ministerpräsident
@HendrikWuest, sind das die Werte, die Sie kürzlich nach dem islamistischen CSD-Anschlag öffentlich verteidigt haben?
🔹 Seyran Ateş, Gründerin der Ibn Rushd-Goethe-Moschee und Mitträgerin der Akzeptanzkampagne für Vielfalt im Islam, fragt angesichts dieser Queerfeindlichkeit:
»Ist das Religion? Soll das die Linie der islamischen Theologie in Münster sein? Wer Homosexualität als ›abnormal‹ bezeichnet und dies religiös begründet, wertet homosexuelle Menschen und ihre Lebensweise ab. Das halte ich für menschenfeindlich. Welche Vielfalt wird damit gestärkt? Die Gründung der Islamisch-Theologischen Fakultät soll ein Signal der Anerkennung für Musliminnen und Muslime in Deutschland sein. Umso problematischer ist es, wenn Vertreter von Islamverbänden in den dafür geschaffenen Beiräten Einfluss erhalten und zugleich Positionen vertreten, die der sexuellen Selbstbestimmung und der Gleichwertigkeit queerer Menschen widersprechen. Burhan Kesici, Vorsitzender des Islamrats, ist als Vertreter seines Verbandes Mitglied des konfessionellen Beirats für Islamische Theologie der Universität Münster. Auch Vertreter anderer großer Islamverbände wirken in diesem Gremium mit. Gerade deshalb muss die Universität sehr genau darauf achten, welche theologischen Positionen durch diese institutionelle Beteiligung Einfluss auf die Entwicklung der islamischen Theologie erhalten. Als Gründungsdekan der neuen Islamisch-Theologischen Fakultät muss Mouhanad Khorchide sich aus meiner Sicht hierzu klar positionieren:
Teilt die islamische Theologie in Münster die Auffassung, ›abnormal‹ sei im Zusammenhang mit Homosexualität ein theologischer Fachbegriff? Wenn nicht, sollten Fakultät und Universität gegenüber dem Beirat, den Lehrenden, den Studierenden und der Öffentlichkeit unmissverständlich deutlich machen, dass die Abwertung homosexueller Menschen und ihrer Lebensweise keinen Platz in einer islamischen Theologie an einer deutschen Universität haben darf.«
🔹 Güner Yasemin Balcı, Integrationsbeauftragte des Bezirks Neukölln und Mitglied im Beraterkreis Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung des Bundesinnenministeriums, sagt:
»Ich erlebe jeden Tag, wie vielfältig muslimisches Leben ist. Die meisten jungen Musliminnen und Muslime wollen selbst entscheiden, wie sie leben und wen sie lieben. Wer ihre Liebe zur Abnormalität erklärt, liefert dem Druck und der Gewalt in ihren Communities eine vermeintlich religiöse Rechtfertigung. Gerade nach dem Anschlag auf den CSD ist das unerträglich. Ein Leuchtturm für einen weltoffenen Islam darf nicht im Schatten von Islamisten stehen. NRW muss den Zustand beenden, dass Islamisten über Berufungen und Lehre in Münster entscheiden.«
🔹 Ali Ertan Toprak, Ehrenpräsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in Deutschland und ebenfalls Mitglied im Islamismus-Beraterkreis des Bundesinnenministeriums, sieht die Landesregierung NRW in der Pflicht:
»Das ist ein Fehlstart mit Ansage. Die Landesregierung weiß, dass die größte Mitgliedsorganisation des Islamrats zur beobachteten Millî-Görüş-Bewegung gehört. Sie finanziert eine Fakultät, in deren Beirat der Vorsitzende dieses Verbands sitzt. ZDF und Deutschlandfunk sind auch in Düsseldorf zu empfangen, und das Abnormalitäten-Mindset des Islamratschefs über Homosexualität ist weithin bekannt. Wenn Wissenschaftsministerin Brandes davor die Augen verschließt, muss Ministerpräsident Wüst einschreiten.«
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