Richtig unterhaltsam, wie die SPD-Fraktionsvize im Deutschlandfunk vier Minuten lang in immer zickigerem Tonfall ihrer kleingeistigen Empörung – sie ist „erschüttert“ – darüber Ausdruck verleiht, dass nach Rauschs Aussage auch CDUler für ihn als Landtagspräsidenten gestimmt haben. Wie gewohnt aus höchster historischer Verantwortung, denn natürlich geht es hier nicht um Posten und Macht, sondern um „Lehren aus der Geschichte“ angesichts einer „gesichert rechtsextremen AfD“. Danach kommt nur noch, was sie von der CDU nun ERWARTE, ERWARTE, ERWARTE.
Wiebke Esdars Argument erschöpft sich in den „Einstufungen“ der VS-Behörden, die die Bytes nicht wert sind, aus denen sie zusammengestückelt sind, wie unter anderem ich in einigen Analysen gezeigt habe.
Vier zusätzliche Stimmen in einer geheimen Wahl genügen schon, um den politischen Betrieb in Aufruhr zu versetzen. Darin liegt auch die Macht neuer Medien und – hier passt es – der Demokratie: Wenn sich Politiker „aus dem Mainstream“ durch kritische Recherchen ein eigenes Urteil bilden, diesem in geheimer Wahl Ausdruck verleihen und sich damit gegen den intellektuell abgehalfterten Propagandaapparat stellen, geraten die Mächtigen an ihre Grenzen.
Wie diese vier Abgeordneten zu ihrer Entscheidung kamen, wissen wir natürlich nicht genau. Aber schon, dass sich Einzelne dem vorgeschriebenen Urteil entziehen, empört sie – und schon ist man in den Blasen „unserer Demokratie“™ ganz aus dem Häuschen!
(Ich dokumentiere den Abschnitt in voller Länge.)